AHNENGRAB – Omen

 
Label: Einheit Produktionen
Release: 17.02.2012
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 61:08
Stil: Pagan Black Metal
URL: Ahnengrab
 
Fröhliche Melodien, kitschiges Pathos und Sauflieder zum Mitgrölen sind bei AHNENGRAB nicht zu finden. Hier besitzt Pagan Black Metal noch Herz und Tiefgang, eine gehörige Portion Härte und auch Abwechslung haben auf Omen nämlich das Sagen.
Dazwischen legen die Herren Wert auf zurückhaltende, stille Sequenzen, wobei sich die Band der Dienste eines Streicherensembles bedient. So wird schon der Opener Seeking For The Past in zu Herzen gehender Manier eingeleitet und veredelt.
Weitere prägende Merkmale des Sounds stellen eine intensive Kreischstimme, fast durchgehend deutsche Texte, gut aufgebaute Spannungsbögen, ein bisschen Pathos und immer wieder Ruhepausen dar.
Die akustische Gitarre darf hin und wieder ein gewichtiges Wort mitreden, etwa am Beginn des Stückes Die Das Licht Nie Sehen Werden, das ansonsten durch die wütende Stimme und einen schmissigen Rhythmus zu gefallen weiß. Mir kommen zeitweise als Querverweis die ähnlich gestrickten Riger in den Sinn, weil AHNENGRAB ebenso kämpferisch agieren. Besonders die geflüsterten Vocals bauen eine ähnlich wirkende Stimmung auf. Sehr schön gelingt dies beim ausladenden Titelstück mit leisem Beginn, kriegerischer Grundstimmung, rhythmischer Eingängigkeit und einem ausgedehnten Entspannungsteil.
Viele Rhythmen laden zum Mitwippen ein, bedächtige Teile fordern den Genießer zum entspannten Zuhören. Dadurch halten sich Spaß und Anspruch gut die Waage, dasselbe gilt für Aggression und Melodie.

Vordergründige Ohrwürmer lassen sich nicht blicken, da setzen AHNENGRAB eher auf Tiefgang und Langzeitwirkung. Diesen Ansatz schätze ich und kann somit Omen aufgrund der ungestümen Herangehensweise eine Menge abgewinnen.