A DREAM OF POE – The Mirror Of Deliverance

 
Label: ARX Productions
Release: 25.02.2011
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 51:48
Stil: Gothic/Doom Metal
URL: A Dream Of Poe
 
Langsam, gleichförmig und atmosphärisch schlängelt sich die Musik der Portugiesen in den ersten Minuten dahin - gut gelungener sonorer Gesang prägt die Musik neben sanft mäandernden Gitarrenriffs; dann mischt sich eine hintergründige Growlstimme mit ein und das Tempo wird minimal angezogen. Schön gestaltete Gesangsharmonien und ein ausufernder, von Gitarren dominierter Instrumentalteil übernehmen das Kommando, ehe sich eine extrem zurückhaltende Stimmung breitmacht, die nur von Sprechgesang und feinfühlig reduzierter Instrumentierung getragen wird. Ein moderater Aggressionsschub reißt das Stimmungsruder wieder herum, sodass sich schon im Verlauf der eröffnenden Stücke Neophyte und Os Vultos die spannende Komponierweise von A DREAM OF POE deutlich zeigt.
Wunderbaren Gesang und atmosphärische Klangwelten zelebrieren A DREAM OF POE auch während Lady Of Shalott. Das Stück Liber XLIX ist danach ein bisschen aggressiver angelegt, was vor allem am unterschwellig wütenden Gesang liegen dürfte. Auch The Lost King Of The Lyre setzt mit eingestreuter Doublebass die moderate Aggression fort, bevor das epische Abschlusswerk Chrysopoeia noch zu einem ausgedehnten Streifzug durch düstere Stimmungstäler einlädt.
Für mich klingt die Band von der Stimmung her wie My Dying Bride, ohne die heftigen Death Metal Ausbrüche. Die Stimme dürfte hingegen Anhängern der famosen The Foreshadowing gefallen.
Durch den niemals radikalen, doch dezenten Wandel innerhalb der recht langen Stücke ergeben sich jede Menge spannungsvoller Stimmungsbögen, die The Mirror Of Deliverance zu einer harmonischen, variablen und auch kurzweiligen Angelegenheit werden lassen.