AD INFERNA – Trance’n Dance

 
Label: Dreamcell11
Release: 29.09.2009
Von: Stormlord
Punkte: 3/10
Time: 54:51
Stil: EBMetal
URL: Ad Inferna
 
Lang ist’s her, als 2002 die Vorgängerscheibe L’Empire Des Sens erschien. Damals widmeten sich AD INFERNA noch dem Black Metal. Anno 2009 hat sich die Band deutlich von ihren Wurzeln wegbewegt und spielt tanzbare, leicht verdauliche Musik, vom Label angsteinflößend EBMetal benannt, wobei der Begriff „Metal“ dezent irreführend ist.
Elektronische Elemente bestimmen nun den Sound, der wie geschaffen für die Tanztempel dieser Welt ausgefallen ist. Sicherlich kann man dem Material eine enorme Eingängigkeit nicht absprechen. Manche Stücke bekommen durch die zeitweilige Verwendung der französischen Sprache noch einen eigenwilligen Touch verpasst. Mir ist die Dominanz von synthetischen Spielereien eindeutig zu viel des Guten, dazwischen flötet immer wieder eine verfremdete Damenstimme, die Refrains sind übermäßig eingängig und wirken übertrieben massentauglich komponiert. Zwischendurch kommt auch so eine Art Tralala-Happy-Sound nicht zu kurz und nimmt der Musik jeglichen Tiefgang. Das Ziel, düstere Stimmungen zu erzeugen, wird allzu oft verfehlt. Es wird für meine Begriffe nur besser, wenn sich AD INFERNA in schnellere Gefilde vorwagen, wie etwa bei SM For SM, das beim besten Teil aber leider ausgefadet wird und somit einen unfertigen Eindruck hinterlässt.
Das locker-flockige You As My Own Drug entpuppt sich als netter Ohrwurm, bei dem die Synthie-Sounds das Tanzbein automatisch mitwippen lassen. Nett, aber ohne Tiefgang.
So richtig schlimm wird’s dann mit den Remixes am Schluss, da gibt’s für mich nur noch eins: Tür auf und möglichst schnell wegrennen :) – schöne Grüße nach Frankreich, aber bitte spart euch in Zukunft solche mittleren Katastrophen. Merci!
Das ist dann auch das Hauptproblem von AD INFERNA: der Anspruch der Musik bleibt auf der Strecke, er wird von massenkompatibler Leichtigkeit hinweggefegt Und: die Gitarren führen ein beschämendes Mauerblümchendasein. Alle Tanzwütigen dürfen getrost reinhören, aber für Metal-verwöhnte Ohren ist Trance’n Dance eine mittlere Qual…