ABOVE AURORA – Myriad Woes
 
Label: War Anthem Records
Release: 29.03.2024
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 33:30
Stil: Black/Doom Metal
URL: Above Aurora
 

Was erwartet uns auf dem 3. Album der Polen? Die Musiker haben es scheinbar überhaupt nicht eilig, denn die ersten Minuten schleichen im Zeitlupentempo dahin, leben von sparsamer Instrumentierung und jeder Menge düsterer Atmosphäre. Langsam steigert sich die Intensität, der Ausbruch steht bevor – und tatsächlich ändert sich die Stimmung und das Tempo zieht merklich an. Zu Beginn gab eine zarte Frauenstimme ein paar gesprochenen Worte von sich, jetzt bleibt die Band großteils rein instrumental, nur ein paar Wortfetzen und Samples sind im Verlauf des 11minütigen Monsters Inner Whispers zu vernehmen. Ganz anders startet der nächste Streich namens Spark: eine dunkle Growlstimme, groovige Rhythmen und später effektive Taktwechsel geben hier den Ton an. Diese fünf Minuten sind um einiges leichter verdaulich, obwohl abseits der schönen Akustikgitarren ein bisschen Komplexität mitschwingt. Hintergründige Melodik und wabernde Soundeffekte gehen mit Blastbeats eine Allianz ein, sodass die Musik in einem harmonischen Fluss bleibt. Die Band nutzt allerdings auch schwere Symphonik und dissonante Anklänge und erschwert so den Zugang zu ihrem Schaffen. Ein paar griffige Grooves blitzen kurz auf und bilden Orientierungspunkte im sonst recht beschwerlichen Songaufbau. Das Finale No More Shall The Boulder Descend verbindet die Sperrigkeit des Openers mit spritziger Angriffslust und gießt so die Essenz des musikalischen Schaffens mit Dissonanzen, Blastbeats, Vielschichtigkeit, Background-Melodik und düsteren Vibes in Töne – als würden Mgła mit Doom und flächigen Klangfarben experimentieren.
ABOVE AURORA eignen sich keineswegs als Hintergrundbeschallung, denn ihre meist ausladenden Stücke pendeln zwischen mahlstromartigen Riffs, zähem Doom und attackierenden Parts.