Wow, was
ist denn mit Sub Pop los? Lange nachdem Grunge diesen Label-Namen
berühmt gemacht hat und nach einer langen Durststrecke
(10 Jahre?) startet dieses Label wieder mit erstklassiger Musik,
originellem Sound und einem zeitgemäßem Geist durch,
das einem Angst und Bange wird.
Hip-Aktuelles wie The Thermals oder Rogue Wave, psychedelisch-instrumentales
a la Kinski oder alte Helden wie Sleater Kinney, alles da, dazu
Neues, Spannendes, wie The Shins oder The Fruit Bats, ein Cocktail
an Musik und nicht, wie man meinen möchte, ein klägliches
Festhalten an alten Grunge Konventionen.
Ebenfalls
der absolute Hammer… WOLF PARADE, das
schon mal vorweg, sind ein Knüller und spielen mit ihrem
Debüt Album Apologies To The Queen Mary
ihre Vorbilder, wie die aktuell hippen The Arcade Fire oder
die Kritikerlieblinge von Modest Mouse mit einer beängstigenden
Coolness an die Wand und schielen dabei auch noch auf den Thron,
der, seit es um Built To Spill etwas ruhiger geworden ist, verwaist
scheint. Hier tummeln sich Indierock, epische Soundkracher,
fetzenhafte Kollagen, rumpelndes Steve Albini Schlagzeug und
viele, viele winzige Kleinigkeiten, die es zu entdecken gilt,
wie z.B. putzige, versteckte Keyboard Melodien, mehrstimmige
Gesänge und ach ... soviel mehr, das David Bowie neidisch
werden würde. Wenn man sich an irgendwas reiben möchte,
dann höchstens am etwas gewöhnungsbedürftigen,
an Isaak Brooks von Modest Mouse erinnernden Gesang, der vielleicht
etwas schief oder jammernd wirken könnte ... wer sich davon
abhalten lässt, sollte allerdings zum Teufel gehen.
Eine durchaus
spannende wenn auch buddhaseidank nicht allzu runde Platte,
für lange Abende oder das Angeben vor seinen ach so hippen
Freunden, hihi. Obwohl auch an einigen Stellen ruhig, durchaus
partykompatibel und auch im Auto für sicherlich die eine
oder andere gute Figur super... Mehr muss nicht gesagt werden...
wer Innovationen in den letzten Jahren vermisst hat, sollt hier
mal zugreifen, ein Wagnis eingehen und sich über etwas
Großartiges freuen. 10 Punkte.