Das
The Borderland Rituals von William Hope Hodgsons
phantastischem Roman „The House On The Borderland”
(“Das Haus an der Grenze) beeinflusst ist, fällt
nicht schwer zu glauben. Die düstere Atmosphäre des
Buches findet sich in jedem der fünf Stücke des Albums
wieder. Ausufernd und kompakt zugleich – hier unterscheidet
sich die finnische Band von ihren Labelkollegen Mistress Of
The Dead, die eine ähnlich apokalyptische Stimmung erzeugen.
Doch wo MOTD ihre Musik zerdehnen bis zum Rand des Zerreißfaktors,
bringen UMBRA NIHIL bereits im ersten Track Welcome
To The Borderland etwas Tempo in ihre vielschichtige Kunst,
schleppende Rhythmen auf immer neue Art auszubreiten. Das Album
ist sowohl sperrig wie melodiös, es hat seine Bezugspunkte
eher im Postrock und avantgardistischen Bereich des Progressiv
Rocks als im Metal. Obwohl ihm Härte keineswegs abzusprechen
ist, die allerdings mehr mit dem Habitus als mit Geschwindigkeitsbolzen
zu tun hat. Auf der anderen Seite gibt es wunderbar fragile
Momente, die teilweise an skandinavischen Folk erinnern, vor
allem, wenn im Hintergrund ein hallendes Akkordeon spielt, aber
auch ambiente Flächen aufbauen (z.B. im komplexen The
Sign Of Death). Dabei wirkt dieses Wechselspiel immer organisch
und keineswegs aufgesetzt. The Borderland Rituals
ist wie eine gute Horrorstory, die viel von den Monstern im
Schatten erzählt, sie aber seltenst enthüllt, denn
das würde ihnen das Unheimliche rauben, sie zu schlicht
hässlichen Wesen degradieren, denen ihr fürchterliches
Geheimnis abhanden gekommen ist. Wenn das Infosheet die Erzeugung
von „suitable claustrophobic sound and eerie, forbidden
atmosphere“ verspricht, nehmen wir das durchaus zustimmend
zur Kenntnis. Dass diese erreicht wurde, in dem die Band das
Album in einem grenznahen, einsamen und leerstehenden Haus aufgenommen
wurde, ist eine nette Anekdote zur Einstimmung auf gruselige
Herbstabende am Lagerfeuer. Dazu The Borderland Rituals
in den Player und die schlaflose Nacht kann kommen.