TÝR – The Lay Of Thrym

 
Label: Napalm Records
Release: 27.05.2011
Von: Haris
Punkte: 9/10
Time: 46:02
Stil: Viking Metal
URL: Týr
 
Eine feine Sache, dass ich für ein Review auf meine Abschlussarbeit zurückgreifen kann, in der ich mich unter anderem mit den Werken der Färinger befasst habe.
Auf dem direkten Vorläufer By The Light Of The Northern Star setzten sich TÝR mit der eher unbekannten Färingersaga konzeptuell mit dem Leben des Tróndur í Gøtu, einem mächtigen Wikingerhäuptling der Färöer, der sich weigert, das Christentum anzunehmen, auseinander.
Auf dem aktuellen Werk greifen TÝR wieder auf „konventionellere“ Kost zurück. Diesmal musste das Thrymlied aus der Götterdichtung der Älteren Edda dran glauben, in der sich König Thrym Thors Hammer Mjölnir unter den Finger reißt, um die Götter zu erpressen, was schließlich dazu führt, dass Thor als die dem König versprochene Freyja verkleidet Thrym überlistet und ihn und seine Sippe mit dem zurück gewonnenen Hammer erschlägt. Mir liegen die Texte jedoch nicht vor und kann deshalb auch nicht sagen, ob es sich hier um ein reines Konzeptalbum handelt.
Aber genug des Vorgeplänkels! The Lay Of Thrym ist stark, verdammt stark. Was zunächst einmal auffällt, ist die neue Marschrichtung der Band – die verschachtelten, progressiven Kompositionen der Vergangenheit sind einem vordergründig leichter zugänglichen Stil zum Opfer gefallen. Dass dadurch Perlen wie der Opener Flames Of The Free und Hall Of Freedom deutlich schneller im Ohr hängen bleiben, versteht sich daher von selbst. Zerpflückt man die Songs jedoch (wie ich das so gerne mache), dann kommt eine eher hintergründige Komplexität zutage, denn statt Takt- und Tonartenwechseln en masse setzen TÝR auf schlüssige, aber dennoch clevere Arrangements, spielen verdammt viel mit leichten Tempovariationen und setzen Chorale (Gänsehautgarantie!) sehr gezielt ein – zudem kommen immer wieder leichte Variationen des jeweiligen Themas, die vor allem im Gitarrenspiel zu tragen kommen, der rote Faden immer klar vor Augen.
Ein ganz großes Plus – und das ist mir vorher noch nicht wirklich bewusst gewesen – ist die Leadarbeit von Terji Skibenæs! Gott, ist der Mann gut – saugt er sich ein filigranes Solo nach dem anderen aus den Fingern (Ständergarantie!).
Bleibt als Fazit festzuhalten, dass TÝR auf The Lay Of Thrym genau den richtigen Schritt gegangen sind und der Band auf dem Weg nach ganz oben einen gehörigen Schub verleiten sollte!