TYPE O NEGATIVE – Life Is Killing Me

 
Label: Roadrunner Records
Release: 16.06.2003
Von: Burning1 / Jussi
Punkte: 9/10 8/10
Time: 63:30
Stil: Dark Metal
URL: Type O Negative
 

Burning1:
Eine Band wie TYPE O NEGATIVE bedarf keiner Einführung mehr. Songs wie Black Nr. 1, Christians Woman und My Girlfriend’s Girlfriend gehören in jede Sammlung. Bist du aber neu in der Gothic/ Dark/ Metal Szene, dann wirst du sicher nicht enttäuscht. Ein TYPE O NEGATIVE Album zu kaufen ist immer eine tolle Angelegenheit, solch zynischen Texte bekommt man nirgendwo sonst. 4 Jahre sind allerdings eine ziemlich lange Periode, um dann mit Life Is Killing Me ein neues Album zu veröffentlichen, aber diese Band wird wohl nie in Vergessenheit geraten.

Falls du mit TYPE O NEGATIVE’s Werken vertraut bist, weißt du ja, das man mit dem ersten Track immer verarscht wird. Man erinnere sich nur an die stöhnenden Mädels auf Bloody Kisses oder den 1 Minuten Krach auf October Rust. Diese Jungs sind immer für nen Joke zu haben. Diesmal gibt’s ein musiklisches Teil, das aber nie die Startmarkierung verlässt.

Aber dann gibt es mit I Don’t Wanna Be Me einen typischen TYPE O NEGATIVE Song. Er hat zwar nicht die gewohnte düstere Atmosphäre, dafür mehr den No-Nonsense Ansatz wie z.B. bei Kill All The White People, ein netter Mitsing-Track mit Standpunkt. Es ist daher nicht überraschend, das die Jungs I Don’t Wanna Be Me als Single augekoppelt haben. Ihr solltet euch auf jeden Fall den dazugehörigen Videoclip bei Roadrunner ansehen.

Der Song, der aber wirklich meine Aufmerksamkeit erregte war: I Like Goils, was als I Like Girls ausgesprochen wird. Es ist wirklich schon eine ganze Weile her, das ich solchen Spass beim Texte lesen hatte. Und es scheint, Peter Steele mag überhaupt keine männlichen Anmachen. Aber was für eine Art das klarzustellen: “There’s no way I’m gonna drop the soap” und “I hate all men including you” ... das ist nur ein kleiner Vorgeschmack, von dem was man da zu hören bekommt. Und ich kann garantieren, das es so grob zugeht, das man sich fast die Hosen nass macht.

Nun jeden Song zu reviewen ist nicht meine Absicht. Da könnte ich Tage schreiben, bei all den Elementen, die man so auf Life Is Killing Me findet. Die Atmosphäre ... die Rückkehr der Sitar ...der zynische Humor ... der charakteristische Sound ... und natürlich Peter’s einzigartige Stimme. Also wenn man TYPE O NEGATIVE schon in der Vergangenheit mochte, wird man hier sicher nicht enttäuscht. Und Newbies werden sicher schnell erkennen, warum die Band so bekannt ist.

Ein besonderes Bonbon zu dieser Review wäre die Tatsache, das ich dieses Promo direkt von TYPE O’s Kenny während des Graspop Festivals in Belgien bekam. Und neben den anderen Bandmitgliedern hatte ich auch ein langes Gespräch mit Pete Steele. Er hasst Bier, aber wer ist schon perfekt? Nachdem ich ihre Show gesehen habe, ist es, als hätten sie die Bühne nie verlassen.

Jussie:
Inmitten von Untergang, Trübsinn und Tragik zeigt das neue Material der Band eine wiederaufgenommene humorige Seite von Sänger Peter Steele. Nach ein paar chaotischen Erlebnissen innerhalb der Band, enterten die fantastischen Vier aus Brooklyn N.Y. mal wieder das Studio, um so ungefähr das Beste an Musik seit ihrem letzten Album World Coming Down hinzulegen. Life Is Killing Me weist einen viel solideren Ansatz als noch in den Gründungstagen auf. Songs wie Life Is Killing Me oder The Dream Is Dead zeigen eine härtere, kantigere Seite der Band, die vor allem für melodisch packende Töne bekannt ist. Kenny Hickey’s Gitarre ist immer präsent und diesmal mit einem eher technischen Twist aus Riffen und Leads versehen. Es scheint, die Band bewegt sich mehr in eine ernsthaftere Richtung. Life Is Killing Me ist die pure Saat eines Genies, sowohl lyrisch, als auch musikalisch. Josh Silver gibt sein Allerbestes bei Anesthesia in Sachen innere emotionale Tiefe. TYPE O NEGATIVE als Ganzes überraschen immer noch Fans und Rezensenten gleichermaßen mit ihrer Musik und vor allem bleiben sie dem was sie glauben treu. Peter Steele‘s lyrisches Konzept kommt zusammen mit dem neuen Material von Herzen und ist humorvoll. Der charakteristische Sound seines auf tiefes B gestimmten Basses ist mehr ausgeprägt bei Songs wie Todd’s Ship God’s (Above All Thing’s) und A Dish Better Served Coldly. Um die Rhythmus Sektion am Laufen zuhalten, bleibt Johnny Kelly bei seinen rhythmischen Beats aus soliden Sound Groove, straff und entsprechend angepasst. Life Is Killing Me ist ein Album, welche die wahre Identität der Band aufzeigt, die immer wieder neue Level erreicht und den geneigten Hörer überrascht. TYPE O NEGATIVE haben mal wieder sich selbst getoppt!