Wenn der
Begriff Old School irgendwo passt, dann ganz klar zum deutschen
Electro-Duo TWIN MACHINE. Wie schon auf dem
Debüt Neo fühlt man sich
nämlich auch bei Generator permanent
in die guten alten 80er Jahre zurück versetzt. Dabei machen
Marco Dames (Gesang) und Cliff Richter (Keyboards) wirklich
vor nichts halt und mischen fast sämtliche bekannten Epigonen
der damaligen Zeit wild durcheinander.
So erinnert mich das erste Stück Deep etwas an
die ruppigeren Soft Cell, danach werden mit Body Language
Front 242 zitiert, und ansonsten gibt es noch ziemlich viel
an Depeche Mode erinnerndes Material, wobei vor allem die ersten
beiden Alben immer wieder durchschimmern, wie z.B. bei Emergency
oder Desert.
Zwischen diesem Spannungsfeld pendeln dann auch die übrigen
Stücke, nur einen eigenen Stil konnte ich nicht so recht
ausmachen. Zunächst hatte ich TWIN MACHINE
auch mit Welle:Erdball vergleichen wollen, aber damit würde
ich beiden Bands unrecht tun, denn hier geht es doch (auch textlich)
insgesamt deutlich härter, düsterer und für meinen
Geschmack zudem sehr viel tanzbarer zur Sache.
Damit sammelt Generator dann doch
noch einige Pluspunkte bei mir, so richtig warm werden will
ich mit dem Material aber trotzdem nicht so recht. Insgesamt
vermisse ich halt eine klare Linie und das gewisse Maß
an Eigenständigkeit, allerdings muss ich auch feststellen,
dass ich mir für den Abend in der EBM-Disco wahrlich schlechteres
vorstellen kann, denn die meisten Songs knallen für sich
alleine betrachtet ganz gut. Nur auf die gesamte Länge
gesehen treten dann die genannten Mängel relativ deutlich
zu Tage. Wer mit den modernen Electro-Sounds nicht viel anfangen
kann, der sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Bei mir
langt’s jedoch nur zu 6,5 Punkten...