THE VERY END – Turn Off The World

 
Label: SPV/Steamhammer
Release: 23.11.2012
Von: Dajana
Punkte: 9/10
Time: 45:43
Stil: Modern Metal
URL: The Very End
 
Es hat zugegebenermaßen ein bißchen länger gedauert, bis das dritte Album der Ruhrpott-Metaller von THE VERY END nun auch meine Gehörgänge freibläst. Dafür waren THE VERY END umso schneller. Trotz Line-Up-Änderungen gibt es nur ein Jahr nach Mercy & Misery den Nachfolger. Turn Off The World ist dabei weder ein Schnellschuß, noch ein Kreativschub, denn stilistisch bleibt alles beim Alten. Neue Einflüsse sind marginal; gelegentlich schimmert eine bluesige Note durch. Insgesamt ist Turn Off The World noch melodischer ausgefallen. Nicht signifikant, es sei denn, man hört sich alle drei Alben an einem Stück an. Gerade die aggressiv-schnellen Thrash Metal Parts wurden zugunsten der Eingängigkeit weiter zurückgeschraubt. Das finde ich persönlich zwar sehr schade, gefällt mir das Debüt doch immer noch am Besten, objektiv betrachtet muß man aber sagen, das THE VERY END auf Turn Off The World die perfekte Balance zwischen Härte, Melodie und Groove gelingt, um ein breitgefächertes Publikum anzusprechen ohne sich dabei dem Mainstream anzubiedern und die Füße im (extremen) Metal verwurzelt zu behalten. Das muß man erstmal so hinkriegen!
Turn Off The World bietet mit Splinters einen noch recht wuchtigen Einstieg mit witzigem deutsch-englisch Reim. Auch bei The Black Fix (dem besten Song des Albums - feat. Entombed’s Petrov), The Last Mile und am Anfang von Dreadnought ziehen THE VERY END das Tempo ordentlich an, während man bei den restlichen Songs moderater agiert. Ich mag das ungewöhnliche Maelstrom Calling und das stampfende Gravity.
Die noch auf dem Vorgänger als zuviel empfundene stilistische Vielfalt wurde beibehalten aber harmonischer strukturiert. Ebenso der Gesang von Björn Gooses, der noch variabler und abwechslungsreicher ausgefallen ist. Was ebenfalls ins Ohr fällt, sind die vielen Soli, wie das großartige Stadionrock-Gitarrensolo in Iron Sky.
Mit Turn Off The World halten THE VERY END nun die Eintrittskarte in die Welt der Großen in den Händen und haben die Meßlatte musikalisch wie lyrisch für alles, was noch kommen mag, hoch aufgelegt. Aber ich denke, da ist noch Spielraum für den ganz großen Wurf, für das eine Album.