THE VERY END – Mercy & Misery

 
Label: SPV/Steamhammer
Release: 14.01.2011
Von: Dajana
Punkte: 7.5/10
Time: 44:44
Stil: Modern Metal
URL: The Very End
 
Hell yeah, es gibt Neuigkeiten aus dem Hause THE VERY END! Gut zwei Jahre haben sich die Ruhrpott-Metaller Zeit gelassen, um taufrisch zum neuen Jahrzehnt die zweite Langrille zu veröffentlichen. Und es hat sich einiges geändert! Ich bin mir sicher, Mercy & Misery wird polarisieren. Einige werden das Album verreissen und der Band kommerzielles Kalkül vorwerfen; generell wird sich wohl so mancher Geist daran scheiden.
Los geht es mit dem Intro Memento, welches befremdlich und deplaziert wirkt, aber bereits den Spagat offenbart, den THE VERY END hier versuchen zu vollführen: Die Kombination aus modernem Metal bzw. melodischem Metalcore mit klassischem Heavy Metal. Dazu eine Prise rotzigen Rock’n’Roll und nen Hauch Southern Sludge wie im Opener Ball And Chain, irgendwo in Letters To The Living und am Anfang von For All Things Undone. Genau dieses, immer nur sehr kurz angedeutete Riffing mag ich sehr gern und kann ich mir zukünftig bestens im Repertoire von THE VERY END vorstellen ;)
Mercy & Misery sprüht nur so vor Energie und Spielfreude und ist ausgestattet mit einer enorm kraftvollen und dynamischen Produktion. THE VERY END haben ohne Zweifel ein verdammt gutes Händchen für Melodien, den richtigen Groove und neue Sounds. Es gibt jede Menge geiler Nackenbrecher, angefangen mit Ball And Chain, Rat Nation, A Hole In The Sun über Immigrant Song oder Blacklisted. Manche mit interessanten Ansätzen und Wendungen (Rat Nation, Immigrant Song), aber (fast) alle gespickt mit hochmelodischen Anteilen und klarem Gesang, der allerdings schon mal in kitschige Refrains mündet. Das versuchen THE VERY END dann wieder mittels aggressiver Schnelligkeit auszugleichen, was aber nicht immer gelingt. Ich schätze, man muss es einfach mögen… oder eben nicht. Ich mag es, auch wenn ich mir eine härtere Gangart und - auch wenn das jetzt komisch klingt - weniger Stilvielfalt zugunsten prägnanteren Songwritings durchaus gewünscht hätte. Dafür läuft sich Mercy & Misery aber auch nicht tot, jedenfalls nicht nach dem 10. oder 20. Mal, und dürfte live mächtig einheizen. Und zum Schluss gibt es noch einen extra Bonus für den gecoverten Bonustrack Maniac ;)