Hell
yeah, es gibt Neuigkeiten aus dem Hause THE VERY END!
Gut zwei Jahre haben sich die Ruhrpott-Metaller Zeit gelassen,
um taufrisch zum neuen Jahrzehnt die zweite Langrille zu veröffentlichen.
Und es hat sich einiges geändert! Ich bin mir sicher, Mercy
& Misery wird polarisieren. Einige werden das Album
verreissen und der Band kommerzielles Kalkül vorwerfen;
generell wird sich wohl so mancher Geist daran scheiden.
Los geht es mit dem Intro Memento, welches befremdlich
und deplaziert wirkt, aber bereits den Spagat offenbart, den
THE VERY END hier versuchen zu vollführen: Die Kombination
aus modernem Metal bzw. melodischem Metalcore mit klassischem
Heavy Metal. Dazu eine Prise rotzigen Rock’n’Roll
und nen Hauch Southern Sludge wie im Opener Ball And Chain,
irgendwo in Letters To The Living und am Anfang von For
All Things Undone. Genau dieses, immer nur sehr kurz angedeutete
Riffing mag ich sehr gern und kann ich mir zukünftig bestens
im Repertoire von THE VERY END vorstellen ;)
Mercy & Misery sprüht nur so vor Energie
und Spielfreude und ist ausgestattet mit einer enorm kraftvollen
und dynamischen Produktion. THE VERY END haben ohne Zweifel
ein verdammt gutes Händchen für Melodien, den richtigen
Groove und neue Sounds. Es gibt jede Menge geiler Nackenbrecher,
angefangen mit Ball And Chain, Rat Nation, A
Hole In The Sun über Immigrant Song oder Blacklisted.
Manche mit interessanten Ansätzen und Wendungen (Rat
Nation, Immigrant Song), aber (fast) alle gespickt mit hochmelodischen
Anteilen und klarem Gesang, der allerdings schon mal in kitschige
Refrains mündet. Das versuchen THE VERY END dann
wieder mittels aggressiver Schnelligkeit auszugleichen, was
aber nicht immer gelingt. Ich schätze, man muss es einfach
mögen… oder eben nicht. Ich mag es, auch wenn ich
mir eine härtere Gangart und - auch wenn das jetzt komisch
klingt - weniger Stilvielfalt zugunsten prägnanteren Songwritings
durchaus gewünscht hätte. Dafür läuft sich
Mercy & Misery aber auch nicht tot, jedenfalls
nicht nach dem 10. oder 20. Mal, und dürfte live mächtig
einheizen. Und zum Schluss gibt es noch einen extra Bonus für
den gecoverten Bonustrack Maniac ;)