Skullcrushing
Extreme Metal soll’s sein… Nun ja, wollen wir mal
nicht gleich übertreiben und den Promoflyer Flyer sein
lassen. Schädelspaltende Ansätze gibt es auf Man
Made Paradise zur Genüge, allerdings schlägt
sich die Ein-Mann-Machete Jacobo Córdova aka TICKET
TO HELL auf seinem ersten Longplayer doch eher durch das
Thrash Metal Unterholz der 80er und dem Death Metal der Anfang
90er. Um noch einen Moment bei den Übertreibungen zu verharren
gibt es noch diesen Angstmacher: Cesar Tarello durfte als einziger
externer die „Destructive Guitar Solos“ einspielen.
Jeder kennt ihn ;) Mich hat’s zwar bei den Solos nicht
zerlegt, aber Arsch getreten gefühlt hab ich mich durchaus.
Die Solos passen gut in das vom Mexikaner geschaffene Man
Made Paradise. Und seine kleine heile Welt besteht überwiegend
aus überdurchschnittlichen Thrash-Riffing und zackig vorgetragenen
Drums bis hin zu dem ein oder anderen Blastinferno. Mitten im
Old-School Thrash Gewitter lässt es sich Jacobo aber auch
nicht nehmen Groove-Parts wie ein Hauch von Melodie einzustreuen.
Die durch und durch geshouteten Vocals haben da allerdings weniger
Anteil dran. Nichtsdestotrotz schafft es das Man Made
Paradise einen guten und harmonischen Eindruck zu präsentieren.
Weniger stark als der jeweilige Song ist die Gesamtheit der
Scheibe. Dadurch das sich Strukturen und Sound geschaffen aus
Old School Riffs und „Ich-kann-noch-schneller-Schlagzeug-spielen-als-Thrash-Riffs
--zocken“ häufig wiederholen, bleibt ein ziemlich
einheitlicher Eindruck einer ansonsten patenten und ansprechenden
Partie Headbangertauglichen Metal. Vielleicht wäre das
TICKET TO HELL oder das Ticket zum Man Made Paradise
einfacher zu lösen gewesen, wenn die Songs allesamt um
eine Minute kürzer gezockt worden wären. Das ist auf
jeden Fall eine Beobachtung wert!