| Leider gibt es auf Tales Of Winter keine neuen Kompositionen des pompösen Musicalsounds zu hören. Ein guter Querschnitt durch die bisherigen Alben erwartet den geneigten Hörer also, gedacht als Vorbereitung auf die anstehende Gastreise durch Europa im Frühjahr 2014.
Teils bombastische, dann wieder besinnliche Momente prägen diese Zusammenstellung, wobei etwa die Version der emotionalen Savatage-Ballade Believe zu Herzen geht. Das Duo Oliva/O’Neill beherrscht es meisterlich, dick aufzutragen und schichtet etwa bei A Last Illusion gerne unzählige Instrumental- und Gesangslinien übereinander, um sie wenig später durch sanfte Pianoklänge abzulösen. Zwischendurch versetzt uns das melancholische Old City Bar in eine schummrige Taverne, ehe bei Dreams Of Fireflies wieder dramatische Streicherarrangements das Kommando übernehmen. Stark vom Musical geprägt zeigen sich TSO während Christmas Nights In Blue, öfters taucht natürlich das Weihnachts-Thema auf, dann dominiert ein sanftes Piano. Als Abschluss fungiert das höchst emotionale und epische Epiphany, das ein wirklich hörenswertes Gesangsarrangement und eine opulente Schlusssequenz aufbietet.
Tja, Tales Of Winter ist somit ein gelungener Querschnitt für all jene, die das TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA noch nicht kennen, für langjährige Anhänger wären ein paar neue Songs als Appetitanreger aber sehr wünschenswert gewesen. |