TRUEVIL – Enthusiastical Ill-Fated Evilution

 
Label: Demo
Release: 06.06.2006
Von: Seb
Punkte: -/-
Time: 58:30
Stil: Fun Metal
URL: TrueEvil
 
Heilige Schande, haben sich J.B.O. und Knorkator zu häufig auf dem Friedhof herumgetrieben und sind dabei vollends durchgedreht? Ich muss zugeben, dass mich dieses Demo doch ziemlich in Erstaunen versetzte. Viele Bands, die es gewagt haben, hochernsten Black Metal mit Comedy bzw. bodenlosem Unfug zu verbinden, sind mir abgesehen von den beiden erwähnten Quatsch-Kapellen jedenfalls noch nicht untergekommen. Die größeren Parallelen sind allerdings bei zu J.B.O. zu erkennen, besonders was die wilde Mischung an musikalischen Genres angeht, die hier verwurstet werden. Die Band mit dem superbösen Namen TRUEVIL kommt allerdings nicht aus Franken, sondern aus Bayern, was man unschwer am blauweißen, manchmal auch Blau-Weiß-Roten (etwa auch noch FC Bayern Fans??) Corpsepaint erkennen kann. Im Vordergrund steht hier selbstverständlich nicht die Musik, sondern die Texte des mit Enthusiastical Ill-Fated Evilution (Dimmu Borgir lassen grüßen) betitelten Werkes, die sich im Großen und Ganzen irgendwo zwischen irrsinnig und total plemplem bewegen. So besingen Fisch und sein Sangeskollege Geiland beispielsweise mit satanistischer Inbrunst ihre SatAn-lage. Wie es ansonsten um die geistige Gesundheit der Münchener bestellt ist, lässt sich vermutlich relativ zuverlässig aus Songtiteln wie Ich wollt ich wär’ kein Huhn, Darmtroll oder Kernobst im Herbst ableiten *g* Selbstverständlich werden schön fast alle Klischees aus dem daran nicht eben armen Black Metal Bereich dankbar angenommen und mal mehr, mal weniger originell durch den Kakao gezogen.
Musikalisch bewegt sich die ganze Angelegenheit tatsächlich mitunter im Black Metal Bereich, wie zum Beispiel beim Track Kettensägenmassaker, häufiger hört sich eher nach gemäßigtem Death an. In Black Metal ist Krieg bekommt man irgendwas in Richtung Fettes Brot meets Megavier vorgesetzt, Corpsepaint ist eine ziemlich eingängige Rock’n’Roll Nummer, während True Bavarian Black Metal selbstverständlich eine Mischung aus schwülstiger Bierzeltnummer mit Krächzgesang und ein bisschen Metal ist.
Fast überflüssig zu erwähnen, dass auf der laut Eigenwerbung am 6. Tag nach dem 6.6.06. erschienenden Demo genau 66 Tracks zu finden sind, von denen allerdings nur 13 (na immerhin auch ne „böse“ Zahl) echte Songs sind, der Rest ist leer.
Leuten, die was ihre Musik angeht, keinen Spaß verstehen, würde ich vom Genuss dieser Scheibe eher abraten. Wer aber gerne mal was für völlig sinnfreien Blöd- und Schwachsinn mit stellenweise sogar harter Musik überhat, sollte TRUEVIL mal antesten, ist hab mich zwar nicht immer, aber doch einige Male köstlich amüsiert :)
Eine Punktwertung gibt’s da aber von mir nicht für, da es sich eher um ein Comedy- denn um ein Musikalbum handelt ;)