Heilige
Schande, haben sich J.B.O. und Knorkator zu häufig auf
dem Friedhof herumgetrieben und sind dabei vollends durchgedreht?
Ich muss zugeben, dass mich dieses Demo doch ziemlich in Erstaunen
versetzte. Viele Bands, die es gewagt haben, hochernsten Black
Metal mit Comedy bzw. bodenlosem Unfug zu verbinden, sind mir
abgesehen von den beiden erwähnten Quatsch-Kapellen jedenfalls
noch nicht untergekommen. Die größeren Parallelen
sind allerdings bei zu J.B.O. zu erkennen, besonders was die
wilde Mischung an musikalischen Genres angeht, die hier verwurstet
werden. Die Band mit dem superbösen Namen TRUEVIL
kommt allerdings nicht aus Franken, sondern aus Bayern, was
man unschwer am blauweißen, manchmal auch Blau-Weiß-Roten
(etwa auch noch FC Bayern Fans??) Corpsepaint erkennen kann.
Im Vordergrund steht hier selbstverständlich nicht die
Musik, sondern die Texte des mit Enthusiastical
Ill-Fated Evilution (Dimmu Borgir lassen grüßen)
betitelten Werkes, die sich im Großen und Ganzen irgendwo
zwischen irrsinnig und total plemplem bewegen. So besingen Fisch
und sein Sangeskollege Geiland beispielsweise mit satanistischer
Inbrunst ihre SatAn-lage. Wie es ansonsten um die geistige
Gesundheit der Münchener bestellt ist, lässt sich
vermutlich relativ zuverlässig aus Songtiteln wie Ich
wollt ich wär’ kein Huhn, Darmtroll
oder Kernobst im Herbst ableiten *g* Selbstverständlich
werden schön fast alle Klischees aus dem daran nicht eben
armen Black Metal Bereich dankbar angenommen und mal mehr, mal
weniger originell durch den Kakao gezogen.
Musikalisch bewegt sich die ganze Angelegenheit tatsächlich
mitunter im Black Metal Bereich, wie zum Beispiel beim Track
Kettensägenmassaker, häufiger hört sich
eher nach gemäßigtem Death an. In Black Metal
ist Krieg bekommt man irgendwas in Richtung Fettes Brot
meets Megavier vorgesetzt, Corpsepaint ist eine ziemlich
eingängige Rock’n’Roll Nummer, während
True Bavarian Black Metal selbstverständlich eine
Mischung aus schwülstiger Bierzeltnummer mit Krächzgesang
und ein bisschen Metal ist.
Fast überflüssig zu erwähnen, dass auf der laut
Eigenwerbung am 6. Tag nach dem 6.6.06. erschienenden Demo genau
66 Tracks zu finden sind, von denen allerdings nur 13 (na immerhin
auch ne „böse“ Zahl) echte Songs sind, der
Rest ist leer.
Leuten, die was ihre Musik angeht, keinen Spaß verstehen,
würde ich vom Genuss dieser Scheibe eher abraten. Wer aber
gerne mal was für völlig sinnfreien Blöd- und
Schwachsinn mit stellenweise sogar harter Musik überhat,
sollte TRUEVIL mal antesten, ist hab mich zwar
nicht immer, aber doch einige Male köstlich amüsiert
:)
Eine Punktwertung gibt’s da aber von mir nicht für,
da es sich eher um ein Comedy- denn um ein Musikalbum handelt
;)