Und wieder eine Band, die wohl nicht nur ich für
tot und begraben gehalten habe und nun doch wieder ans Licht der
Öffentlichkeit zurückgekehrt ist. Allerdings kann ich darüber,
ob sich die Herrschaften angesichts der nach wie vor grassierenden
Reunionwelle wieder aufgerafft haben oder einfach nur eine längere
Schaffenspause dahintersteckt, leider keinerlei Auskunft geben,
denn außer den Songtiteln, die großzügigerweise auf dem Backcover
der Promo - CD abgedruckt wurden, konnte ich leider absolut keine
Infos auftreiben - die offizielle Bandhomepage wurde zuletzt 1997
upgedated... Also kann ich nur mutmaßen, daß seit dem letzten
Album Crucidiction (1996) zumindest
der Sänger ausgetauscht wurde und auch sonst das große Umdenken
stattgefunden hat, denn mit der Gothic/Black/Doom - Mixtur der
ersten beiden Scheiben hat The Last Grief
nichts mehr gemein. Was stattdessen geboten wird, könnte man am
ehesten als langsam gehaltenen Epic Metal mit einigen sparsam
eingesetzten Uptempo - Aggressionsausbrüchen bezeichnen, wobei
sich vor allem die Vocals sehr stark am klassischen Metal orientieren
und mich sogar hin und wieder an Bruce Dickinson bei Children
Of The Damned erinnern. Als Querverweis auf die bandeigene Vergangenheit
können höchstens noch die zahlreichen Akustikgitarren - Zwischenspiele
dienen, die vermutlich (siehe oben...) von Bandleader Luis B.
Galvez stammen und mich persönlich ganz ordentlich nerven, da
sie nach fast jedem Song auftauchen und somit dem Fluß des Albums
nicht gerade zuträglich sind. Ein weiteres, weitaus größeres Manko
besteht darin, daß die Stücke zwar allesamt gut durchdacht und
ausgeführt sind, aber auch bei oftmaligem Hören keinen bleibenden
Eindruck hinterlassen. Diese Beliebigkeit führt dazu, daß sich
The Last Grief in erster Linie als Hintergrundberieselung
eignet - kein Vergleich vor allem zum ersten Album One
With Darkness, auf dem jeder Song für sich gesehen
einzigartig ist, und definitiv eine Enttäuschung für die noch
verbliebenen Fans, denen ich hiermit ausdrücklich vom Blindkauf
abraten will. Wer sich aber von obiger Stilbeschreibung angesprochen
fühlt sollte trotzdem ein Ohr riskieren - vielleicht erkennt man
die wahre Qualität des Album ja auch nur, wenn man es ohne Blick
auf die glorreiche Vergangenheit der dahinterstehenden Band betrachen
kann. Von meiner enttäuschten Seite gibts aber trotzdem nur magere
6.5 Punkte...
Tristitia |