TRISTITIA - The Last Grief
  
 
 

Label: Holy Records

Release: 2000

Von: EquimanthorN

Punkte:   6,5  

 
Und wieder eine Band, die wohl nicht nur ich für tot und begraben gehalten habe und nun doch wieder ans Licht der Öffentlichkeit zurückgekehrt ist. Allerdings kann ich darüber, ob sich die Herrschaften angesichts der nach wie vor grassierenden Reunionwelle wieder aufgerafft haben oder einfach nur eine längere Schaffenspause dahintersteckt, leider keinerlei Auskunft geben, denn außer den Songtiteln, die großzügigerweise auf dem Backcover der Promo - CD abgedruckt wurden, konnte ich leider absolut keine Infos auftreiben - die offizielle Bandhomepage wurde zuletzt 1997 upgedated... Also kann ich nur mutmaßen, daß seit dem letzten Album Crucidiction (1996) zumindest der Sänger ausgetauscht wurde und auch sonst das große Umdenken stattgefunden hat, denn mit der Gothic/Black/Doom - Mixtur der ersten beiden Scheiben hat The Last Grief nichts mehr gemein. Was stattdessen geboten wird, könnte man am ehesten als langsam gehaltenen Epic Metal mit einigen sparsam eingesetzten Uptempo - Aggressionsausbrüchen bezeichnen, wobei sich vor allem die Vocals sehr stark am klassischen Metal orientieren und mich sogar hin und wieder an Bruce Dickinson bei Children Of The Damned erinnern. Als Querverweis auf die bandeigene Vergangenheit können höchstens noch die zahlreichen Akustikgitarren - Zwischenspiele dienen, die vermutlich (siehe oben...) von Bandleader Luis B. Galvez stammen und mich persönlich ganz ordentlich nerven, da sie nach fast jedem Song auftauchen und somit dem Fluß des Albums nicht gerade zuträglich sind. Ein weiteres, weitaus größeres Manko besteht darin, daß die Stücke zwar allesamt gut durchdacht und ausgeführt sind, aber auch bei oftmaligem Hören keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Diese Beliebigkeit führt dazu, daß sich The Last Grief in erster Linie als Hintergrundberieselung eignet - kein Vergleich vor allem zum ersten Album One With Darkness, auf dem jeder Song für sich gesehen einzigartig ist, und definitiv eine Enttäuschung für die noch verbliebenen Fans, denen ich hiermit ausdrücklich vom Blindkauf abraten will. Wer sich aber von obiger Stilbeschreibung angesprochen fühlt sollte trotzdem ein Ohr riskieren - vielleicht erkennt man die wahre Qualität des Album ja auch nur, wenn man es ohne Blick auf die glorreiche Vergangenheit der dahinterstehenden Band betrachen kann. Von meiner enttäuschten Seite gibts aber trotzdem nur magere 6.5 Punkte...

Tristitia