TRIPTYKON – Melana Chasmata

 
Label: Prowling Death/Century Media
Release: 11.04.2014
Von: Dajana
Punkte: 8/10
Time: 67:25
Stil: Black/Doom Metal
URL: Triptykon
 

Vier Jahre nach dem pechschwarzen und ungemein wütenden Debüt Eparistera Daimones läßt Tom G. Warrior ein neues Manifest der Finsternis auf die Menschheit los. Auch wenn die emotionalen Wogen des Celtic Frost Endes geglättet sein mögen, haben Schmerz und Wut immer noch  Bestand im Leben von TRIPTYKON, denn Melana Chasmata ist kein bißchen milder.
Mit dem Opener Tree Of Suffocating Souls knüpft man zunächst nahtlos am Vorgänger an, doch schon das folgende Boleskine House mit dem so zerbrechlich wirkenden Gesang von Simone Vollenweider verursacht nicht nur einen Break, sondern steht im krassen Gegensatz zu den hier einsetzenden brutal tiefer gestimmte Gitarren und Bass.
Das Album ist in seiner Gesamtheit unverkennbar TRIPTYKON und doch ist Melana Chasmata anders. Ein seltsames Album, schwer zu fassen. Melana Chasmata ist subtiler und nicht so roh, depressiver, eindringlicher und noch intensiver. Unentrinnbar. Dabei ist das Album abwechslungsreicher, ein klein wenig experimenteller und ausgefeilter, sowohl beim Gesang, als auch bei den stilistischen Einflüssen. So wälzt sich Altar Of Deceit mit doomig schweren Gitarrenriffs über den Hörer, hat das wundervoll düstere Aurorae fast schon einen Post Metal-artigen Ansatz, während sich das phänomenale Demon Pact gar verstörend ins Bewußtsein drängt und Breathing wiederum mit einer heftigen Thrash Metal Attacke überrascht. Die beiden längsten Stücke (In The Sleep Of Death und das epische Black Snow) befinden sich am Ende des Albums, bevor Melana Chasmata mit Waiting fast schon surreal ausklingt.
Im Gegensatz zu Eparistera Daimones, das einen schon beim ersten Hören packt und sich als Meisterwerk entpuppt, muß man sich Melana Chasmata erarbeiten. Dafür braucht man Zeit und Geduld. Hat man das aber geschafft, bekommt man hier das interessantere, ausgereiftere Album zu hören, das vielleicht nicht sofort zündet, sich langfristig aber umso intensiver in die Gehörgänge einbrennt.