Celtic
Frost und das gleichermaßen abrupte wie unschöne
Ende eine der einflußreichsten europäischen Metalbands
liess 2008 einen zutiefst verletzten Sänger, Gitarristen
und Songwriter zurück, der hier sein Lebenswerk zerstört
sah. Da dieses Ende dann aber doch nicht so ganz von ungefähr
und auch nicht zum ersten Mal kam, fand Tom G. Warrior relativ
schnell zurück ins musikalische Leben und hauchte dem bereits
seit einiger Zeit bestehenden Projekt TRIPTYKON neues
Leben ein.
Und mit TRIPTYKON schliesst Tom G. Warrior nicht nur
nahtlos an Celtic Frost und seinem letzten Meisterwerk Monotheist
an, sondern erschafft hier regelrecht ein Manifest, ein Manifest
der Finsternis und der menschlichen Abgründe: Eparistera
Daimones ist ein Monolith aus purem Schmerz, geboren
aus Verrat, Lügen und Verlust. Eparistera Daimones
ist abgrundtief schwarz, böse und brachial. Und das vom
ersten bis zum letzten Ton. Jeder Song ist ein komplexer Organismus
aus Black-, Heavy- und Doom Metal, mit progressiven Anleihen
sowie avantgardistischer Notierung und brillanten Fähigkeiten
im Songwriting wie musikalischem Handwerk.
Zu meine persönlichen
Faves auf Eparistera Daimones gehören In
Shrouds Decayed, das liegt mir ein bisschen mehr, als
das eröffnende Duo (Goetia und Abyss Within
My Soul). Ebenfalls grandios das schnelle A Thousand
Lies, bei dem Warrior seinen geballten Schmerz zur eigenen
Vergangenheitsbewältigung hinaus schreit, und Myopic
Empire das sowas von abgrundtief… tief ist, jedoch
mit einem Piano-getragenen Zwischenspiel ein wenig versöhnt.
My Pain wiederum ist ein eher Ambient-artiges Zwischenspiel,
getragen von der Stimme von Simone Vollenweider, und fungiert
quasi als Intro für das abschließende, fast 20
minütige The Prolonging.
Gerade weil auf
Eparistera Daimones ein so schweres emotionales
Erbe verarbeitet werden muss, fehlt hier insgesamt ein gewisses
Maß an Homogenität, welches dieses Album mit Monotheist
oder früheren Werken gleichstellen könnte. Muss
es aber ja auch gar nicht. Neues Projekt, neue Entwicklungsmöglichkeiten
;) Dafür hat Eparistera Daimones eine ganz
eigene Authentizität, die sicherlich von jedem Celtic
Frost Fan nachvollzogen werden kann und ihn auch an TRIPTYKON
schwarzes Vergnügen haben lässt.
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