TRIPTYKON – Eparistera Daimones

 
Label: Century Media
Release: 19.03.2010
Von: Dajana
Punkte: 9/10
Time: 72:47
Stil: Black Metal
URL: Triptykon
 
Celtic Frost und das gleichermaßen abrupte wie unschöne Ende eine der einflußreichsten europäischen Metalbands liess 2008 einen zutiefst verletzten Sänger, Gitarristen und Songwriter zurück, der hier sein Lebenswerk zerstört sah. Da dieses Ende dann aber doch nicht so ganz von ungefähr und auch nicht zum ersten Mal kam, fand Tom G. Warrior relativ schnell zurück ins musikalische Leben und hauchte dem bereits seit einiger Zeit bestehenden Projekt TRIPTYKON neues Leben ein.
Und mit TRIPTYKON schliesst Tom G. Warrior nicht nur nahtlos an Celtic Frost und seinem letzten Meisterwerk Monotheist an, sondern erschafft hier regelrecht ein Manifest, ein Manifest der Finsternis und der menschlichen Abgründe: Eparistera Daimones ist ein Monolith aus purem Schmerz, geboren aus Verrat, Lügen und Verlust. Eparistera Daimones ist abgrundtief schwarz, böse und brachial. Und das vom ersten bis zum letzten Ton. Jeder Song ist ein komplexer Organismus aus Black-, Heavy- und Doom Metal, mit progressiven Anleihen sowie avantgardistischer Notierung und brillanten Fähigkeiten im Songwriting wie musikalischem Handwerk.

Zu meine persönlichen Faves auf Eparistera Daimones gehören In Shrouds Decayed, das liegt mir ein bisschen mehr, als das eröffnende Duo (Goetia und Abyss Within My Soul). Ebenfalls grandios das schnelle A Thousand Lies, bei dem Warrior seinen geballten Schmerz zur eigenen Vergangenheitsbewältigung hinaus schreit, und Myopic Empire das sowas von abgrundtief… tief ist, jedoch mit einem Piano-getragenen Zwischenspiel ein wenig versöhnt. My Pain wiederum ist ein eher Ambient-artiges Zwischenspiel, getragen von der Stimme von Simone Vollenweider, und fungiert quasi als Intro für das abschließende, fast 20 minütige The Prolonging.

Gerade weil auf Eparistera Daimones ein so schweres emotionales Erbe verarbeitet werden muss, fehlt hier insgesamt ein gewisses Maß an Homogenität, welches dieses Album mit Monotheist oder früheren Werken gleichstellen könnte. Muss es aber ja auch gar nicht. Neues Projekt, neue Entwicklungsmöglichkeiten ;) Dafür hat Eparistera Daimones eine ganz eigene Authentizität, die sicherlich von jedem Celtic Frost Fan nachvollzogen werden kann und ihn auch an TRIPTYKON schwarzes Vergnügen haben lässt.