TRIBES OF CAÏN – Supra Absurdum

 
Label: Eigenproduktion
Release: Juli 2004
Von: Dajana
Punkte: 8/10
Time: 47:04
Stil: Black / Death Metal
URL: Tribes Of Caïn
 

Mit einem erhabenen Intro leiten die Schweizer TRIBES OF CAÏN ihr zweites in Eigenregie produzierte Album Supra Absurdum ein, um dann fließend mit Decorated With Flowers in ein brachiales Black Metal Inferno überzugehen. Bereits hier verfolgt die 1999 gegründete Band eher untypische Pfade. Zum einen ist das Material ungemein wuchtig und treibend, was an einer ausgezeichneten Bass- und Schlagzeugarbeit liegt und eine hintergründige Death Metal Note impliziert, zum anderen gibt es auf Supra Absurdum ungewöhnlich viele Breaks und interessante Tempiwechsel, ohne in progressive Gefilde abzudriften. Die Gitarrenfront bleibt hingegen klassisch im Black Metal, während man mit dem Gesang in tiefe, growlige Bereiche rangiert. Typische Black Metal Screams sucht man hier vergebens. Es gibt eine ausgewogene Mischung aus Mid-Tempo Passagen, um eine düstere Atmosphäre aufzubauen und rasenden Blastattacken, um selbige regelrecht zu vernichten. Nette Achterbahnfahrt und man weiß nie, wann der nächste Abgrund kommt. Songs wie Step Forth und A Perilous Path überzeugen mit geilen Riffs, die definitiv nicht gut für den Nacken sind, Soliloquy wiederum überrascht mit Contrabassklängen und das instrumentale Outro hat nicht nur eine grandiose Harmonie, sondern ist auch Plattform für A Perilous Path in der extended Version als Hiddentrack.
Umfassend gesagt, ist Supra Absurdum ohne Zweifel ein gut produziertes, durchdachtes und ausgereiftes Werk. Alle Songs sind ungemein abwechslungsreich, äußerst intelligent aufgebaut und arrangiert und man kommt immer auf den Punkt. Das qualitative Level ist gleich bleibend hoch. Allerdings vermisse ich hier die eine, herausragende Hymne, die einem sofort im Gehörgang stecken bleibt und zum anderen ein bisschen mehr kreative Experimente. Denn trotz aller oben genannter Vorzüge bewegen sich TRIBES OF CAÏN stilistisch doch in einem engen Rahmen. Mit ihrem versierten Jazz-Basser an der Hand hätte man sicher noch einiges mehr anstellen können, auch die Contrabass Einsätze vom selbigen gespielt, sind eine tolle Idee aber viel zu hintergründig eingesetzt.