Mit
Spannung dürfte der Großteil der Industrialszene
das neue Werk von TREPONEM PAL entgegengesehen haben.
19 Jahre nach ihrem Debüt Opus Treponem Pal
und neun Jahre nach dem letzten Studiorelease Higher
sind natürlich eine lange Zeit die die Franzosen ihrer
Fanbase zugemutet haben. Als Entschädigung dient hierfür
aber bereits die latente Handschrift vom kürzlich verstorbenen
und zuletzt bei TREPONEM PAL aktiven Paul Raven. Da bleibt
es auch nicht aus, das durchaus ein Touch Ministry oder Killing
Joke ausgemacht werden kann, allerdings verdient die Soundwelt
geschaffen durch die Weird Machine darüber
hinaus das Prädikat „durch und durch abwechslungsreich
auf angenehme Art und Weise“. Experimentierfreudig trifft
es mit tödlicher maschineller Präzision auch sehr
gut. Dirty Dance startet den Motor als Opener mit einer
psychedelisch abgefahrenen Tanzeinlage, bevor Planet Crash
als fetter Rocker mit treibendem Beat die Maschinerie erst so
richtig ins rollen bringt. Völlig gegen die Spur überrascht
The Mad Box mit Infectious Grooves meets Industrial Style
und Hardcore Massive Soldier, wie kann es anders sein, enttarnt
sich als absolut cooler Groove bestens zum cruisen geeignet.
Natürlich kommt die industrielle zermalmender „Monotonie“
nicht zu kurz: Sonic Life oder die Freak Machine
dürften Godflesh Fans anfixen. Inwieweit The Revolutionist,
Religion und Manimal, die drei Bonus Tracks die
die Weird Machine transportiert, beeindrucken,
kann ich leider nicht sagen. Diese Tracks sind den Stahlohren
auf dieser Promo nicht gegönnt. Ich unterstelle aber mal
dass die Franzosen so konsequent sind und die Maschinerie sicher
nicht abkühlen lassen sondern sie gnadenlos weiterarbeiten
lassen. Auch wenn als Klangfarbe mehr das kühle, metallische
Register hätte gezogen werden können, ist Weird
Machine ein gelungenes Album das so manchen der wartenden
Industrialmetaller in Freude versetzen wird.