TREACHERY – s/t  EP

 
Label: Czar Of Crickets Productions
Release: 21.11.2008
Von: Stormlord
Punkte: -/-
Time: 23:20
Stil: Black/Industial/Ambient Metal
URL: Treachery
 
Dem Teufel sei Dank, dass diese musikalische Apokalypse nicht länger andauert! Die drei Musiker haben es auf der selbstbetitelten EP geschafft, extrem okkulte Klänge zu erschaffen, die ein Gefühl des Unbehagens und leichte klaustrophobische Zustände hervorrufen. Also Achtung, denn hier wird abseits von konventionellem Black Metal getrümmert, industriell ausgelegte Drums treffen auf eine hasserfüllt herausgebrüllte Stimme, die überraschenderweise von einer Dame namens Hecate stammt.

Nach dem furchteinflößenden ersten Titel Inception rotzen uns diese drei Amerikaner in eineinhalb Minuten mit dem netten Kiss The Fist einen schwer verdaulichen Brocken vor den Latz, bevor es mit Ambientklängen schaurig weitergeht. Hier flüstert Madame Hecate zu entspannten Sounds, aber ich habe jederezit das Gefühl, dass sie - einer Raubkatze auf der Lauer gleich - zum tödlichen Sprung ansetzen wird. Und wirklich – TREACHERY ziehen das Tempo immer mehr an und Hecate beginnt Gift und Galle zu spucken.
So entsteht ein Werk, das industrielle Beats, Ambientklänge und wüsten Black Metal verbindet. Manchmal entsteht der Eindruck einer Klangcollage, die weit von herkömmlichem Strophe/Refrain-Aufbau entfernt ist. Melodien sind hier auch Mangelware oder verstecken sich hinter schräg klingenden Klangschichten. Sie treten bei öfterem Hören beim besten Stück Could Not Find Her Heart hervor und stellen für mich eine wohlklingende musikalische Oase inmitten von recht schwer fassbaren (und damit hörbaren) apokalyptischen Klangkreationen dar.

Somit sei TREACHERY nur jenen empfohlen, die dunkle, niederschmetternde, durch Mark und Bein fahrende Sounds bevorzugen und auf Melodien wenig Wert legen. Für mich herrscht hier eher musikalisches Chaos und die akustischen Höhepunkte sind zu rar gesät.