Aus dem
Hause Napalm Records werden in diesem Monat einige gute Veröffentlichungen
auf die Hörerschaft losgelassen; nach dem famosen Draconian-Silberling
und Korpiklaanis „Stimme der Wildnis“ verwöhnen
die 10 hier vorliegenden Kompositionen das Ohr – vorausgesetzt
dieses ist dem Gothic Metal zugetan.
Das neue Album der 7-köpfigen norwegischen Dunkeltruppe
TRAIL OF TEARS lässt ironischerweise durch
das beinahe vollständige Fehlen der weiblichen Stimme aufhorchen,
anstatt des glockenhellen Gesangs ertönt nun das Organ
des ehemals bei Green Carnation in Lohn und Brot stehenden Kjetil
Nordhus, der schon bei der Tour (als Support für Therion)
diesen Part souverän übernehmen konnte.
Die Musik erweist sich als vom Kitsch und Bombast früherer
Alben vollkommen befreit, es kommt schon öfters vor, dass
die Drums ein Tempo im gehobenen Metronombereich vorgeben, so
richtig wohl fühlen sich die Nordlichter in schnelleren
Passagen aber nicht, das können andere Bands definitiv
besser, die Umsetzung mittelschnellen Gothic Metals gelingt
ihnen im Gegensatz dazu hervorragend. Die beiden Vokalisten
Ronny Thorsen (das Grunzmonster) und eben Kjetil mit seinem
klaren Organ als Gegenstück ergänzen sich perfekt.
Das Keyboard webt im Hintergrund feine Klangteppiche, die das
Fundament für die dominanten Gitarren bilden.
Carrier Of The Scars Of Life kann wegen seines gutklassigen
Refrains Pluspunkte einfahren, beim folgenden Frail Expectations
wird an Geschwindigkeit zugelegt, die aber bald einem gemäßigten
Groove weicht. Die Abwechslung gefällt mir richtig gut,
da nicht aus den gotischen Zutaten ein weiteres gleich klingendes
Album nach dem Baukastenprinzip zusammengestellt wurde. Für
Dunkelheimer, die es auch mal ein wenig flotter mögen,
dürfte dieses Album keine Fehlinvestition sein! Keine Angst,
obwohl der Kurs der Skandinavier leicht modifiziert wurde, wird
es keinen freien Fall ins Ungewisse geben.