Da flattert
mir doch ganz unerwartet eine Eigenproduktion aus Oberösterreich
ins Haus, die es - zumindest produktionstechnisch - in sich
hat. Die 1998 gegründeten TOUGH MOTION
aus Ried im Innkreis legen mit Pointing The Way
bereits ihren dritten Release vor und scheinen in finanziellen
Mitteln auf kein Label angewiesen zu sein. Eine in Schweden
gemasterte CD, eine Bonus-DVD mit live-Material sowie einem
selbst-produzierten Video und massig Promo-Material in Vierfarb-Druck
hinterlassen unweigerlich eine optisch perfekten Eindruck und
lassen mich auch von der Musik viel erwarten.
Umso größer ist daher die Enttäuschung, als
Pointing The Way im CD-Player zu
rotieren beginnt... Denn TOUGH MOTION's Musik
ist einfach katastrophal. Neben Mnemics aktuellem Longplayer
habe ich selten sterilere Musik gehört, jegliche aufkommende
Emotion scheint im Keim erstickt zu werden. Hooks und griffige
Refrains sind nicht einmal ansatzweise zu finden, ja überhaupt
wirken die Songs einfach nur "leer" und uninspiriert.
Hier groovt nix, hier rockt nix, hier nervt maximal der Shouter,
der noch weniger Akzente als die Band setzen kann. Einziger
Lichtblick sind die elektronischen Einflüsse, die stellenweise
hervorragend integriert wurden, umgekehrt an einigen Stellen
unerklärlicherweise genau fehlen, wo sie am best-platzierten
gewesen wären. Am besten (wenn man dieses Wort hier überhaupt
verwenden kann) sind TOUGH MOTION dann, wenn
sie versuchen, doch auch ein wenig Struktur und Melodie in ihre
Songs zu bringen, wie z.B. in What Love Is Not For,
welches durchaus Potential hätte, in null komma nichts
(genauer gesagt nach eineinhalb Minuten) von der Band aber wieder
durch völlig unpassendes Shouting end seelenloses Gitarrengeschrubbe
selbst demontiert wird. Arggghhh!
TOUGH MOTION entgehen dem völligen Verriss
jedoch durch d.e.i.n. remix, einem interessanten „Dance“-Song,
der speziell durch die coolen Synths und den weiblichen Gesang
zu Beginn punkten kann. Umgekehrt stellt Contents Of Truth
in jeglicher Hinsicht den Tiefpunkt der CD dar, dessen Teletubbies-Parodie
einfach nur mehr unter aller Sau ist.
Leute, bitte nehmt es mir nicht übel, man kann es drehen
und wenden wie man will, aber Pointing The Way ist
einfach keine gute CD geworden. Das was Bands wie Such A Surge
oder 4Lyn ausmacht, sind die griffigen Songs und der dynamische
Gesang, hier aber fehlt alles. Mein Vorschlag: Nehmt Euren Song
Macht Euch Frei als Richtlinie fürs nächste
Album, vielleicht schaut dann ja mehr raus…Sorry!
Zur DVD:
Was ich der Band in jedem Fall zugute halten muss, ist, dass
sie generell auf höchst professionellem Niveau hier arbeitet.
Zum Song Something gibt’s ein Video, das keinen
Vergleich mit anderen österreichischen Video-Clips scheuen
braucht, weiteres bekommt man ein kurzes making-of geboten,
das interessante Einblicke gibt und durchaus länger ausfallen
hätte können…3 Live-Videos sowie sechs Bonus-Vids
runden das Gesamtbild ab. Hier gibt’s nix zu meckern,
vielmehr sollten sich hier manch andere österreichische
Acts ein Stück abschneiden…