TOUGH MOTION – Pointing the Way
 
Label: Eigenproduktion
Release: 2004
Von: Medion
Punkte: -
Time: 42:09
Stil: Crossover / NuMetal
URL: Tough Motion
 

Da flattert mir doch ganz unerwartet eine Eigenproduktion aus Oberösterreich ins Haus, die es - zumindest produktionstechnisch - in sich hat. Die 1998 gegründeten TOUGH MOTION aus Ried im Innkreis legen mit Pointing The Way bereits ihren dritten Release vor und scheinen in finanziellen Mitteln auf kein Label angewiesen zu sein. Eine in Schweden gemasterte CD, eine Bonus-DVD mit live-Material sowie einem selbst-produzierten Video und massig Promo-Material in Vierfarb-Druck hinterlassen unweigerlich eine optisch perfekten Eindruck und lassen mich auch von der Musik viel erwarten.
Umso größer ist daher die Enttäuschung, als Pointing The Way im CD-Player zu rotieren beginnt... Denn TOUGH MOTION's Musik ist einfach katastrophal. Neben Mnemics aktuellem Longplayer habe ich selten sterilere Musik gehört, jegliche aufkommende Emotion scheint im Keim erstickt zu werden. Hooks und griffige Refrains sind nicht einmal ansatzweise zu finden, ja überhaupt wirken die Songs einfach nur "leer" und uninspiriert. Hier groovt nix, hier rockt nix, hier nervt maximal der Shouter, der noch weniger Akzente als die Band setzen kann. Einziger Lichtblick sind die elektronischen Einflüsse, die stellenweise hervorragend integriert wurden, umgekehrt an einigen Stellen unerklärlicherweise genau fehlen, wo sie am best-platzierten gewesen wären. Am besten (wenn man dieses Wort hier überhaupt verwenden kann) sind TOUGH MOTION dann, wenn sie versuchen, doch auch ein wenig Struktur und Melodie in ihre Songs zu bringen, wie z.B. in What Love Is Not For, welches durchaus Potential hätte, in null komma nichts (genauer gesagt nach eineinhalb Minuten) von der Band aber wieder durch völlig unpassendes Shouting end seelenloses Gitarrengeschrubbe selbst demontiert wird. Arggghhh!
TOUGH MOTION entgehen dem völligen Verriss jedoch durch d.e.i.n. remix, einem interessanten „Dance“-Song, der speziell durch die coolen Synths und den weiblichen Gesang zu Beginn punkten kann. Umgekehrt stellt Contents Of Truth in jeglicher Hinsicht den Tiefpunkt der CD dar, dessen Teletubbies-Parodie einfach nur mehr unter aller Sau ist.
Leute, bitte nehmt es mir nicht übel, man kann es drehen und wenden wie man will, aber Pointing The Way ist einfach keine gute CD geworden. Das was Bands wie Such A Surge oder 4Lyn ausmacht, sind die griffigen Songs und der dynamische Gesang, hier aber fehlt alles. Mein Vorschlag: Nehmt Euren Song Macht Euch Frei als Richtlinie fürs nächste Album, vielleicht schaut dann ja mehr raus…Sorry!

Zur DVD: Was ich der Band in jedem Fall zugute halten muss, ist, dass sie generell auf höchst professionellem Niveau hier arbeitet. Zum Song Something gibt’s ein Video, das keinen Vergleich mit anderen österreichischen Video-Clips scheuen braucht, weiteres bekommt man ein kurzes making-of geboten, das interessante Einblicke gibt und durchaus länger ausfallen hätte können…3 Live-Videos sowie sechs Bonus-Vids runden das Gesamtbild ab. Hier gibt’s nix zu meckern, vielmehr sollten sich hier manch andere österreichische Acts ein Stück abschneiden…