Das
TOTENMOND bereits die sechste CD ins Rennen werfen,
war mir irgendwie ziemlich entgangen. Nun, viel scheint sich aber
nicht verändert zu haben, denn stilistisch klingt das Trio
nach wie vor wie in den Anfangstagen, selbst wenn man etwas mehr
Speed in die Sache gebracht hat. Derber Doom/Metalcore ist das,
wofür die Deutschen seit ihrem Debüt Lichtbringer
stehen, und hiervon wird auch auf Unter Knochen
Gebrauch gemacht. Nach einem mehr als nervigen Intro wird der
Titeltrack mit einem endlos langen Doom-Riff eingeleitet, das
nach 2 Minuten dann in eine Prügelorgie umschlägt. Auch
das nachfolgende Permafrost macht keine Gefangenen, wobei
aber hier jedoch gleich mal deutlich ein Gefühl der Einfallslosigkeit
bei mir aufkommt, die auch im weiteren Verlauf der CD immer wieder
durchblickt. Zu Gast bei den Toten ist dagegen ein grooviger
Mid-Tempo-Stampfer, der in ein doomiges Cathedral-Riff mündet.
Würde dieses rechtzeitig enden, könnte man den Song
als durchaus gelungen bezeichnen. Durch das unnötige Hinauszögern
auf eine Länge von nahezu 8 Minuten, nervt der Track dann
aber extremst. Und so kämpfe ich mich durch die weiteren
Songs der CD und bin immer hin- und hergerissen, was ich nun von
Unter Knochen halten soll. Hier ein
gutes Riff, dort eine nette Idee und dann doch wieder unausgegorene
Riffs en mass, die mich die Skip-Taste drücken lassen. TOTENMOND
haben ihren Stil und von dem weichen sie auch keinen Millimeter
ab. Ob das aber immer die beste Lösung ist, bleibt mal dahingestellt.
Für mich ist Unter Knochen dann
doch ein langweiliges Album, das trotz manch interessanter Songs
einfach zu viel Füllmaterial hat und dadurch maximal als
durchschnittlich bezeichnet werden kann. |