Das Land
der tausend Seen und der Männer mit Bärten. Jawollja
von Finnland ist die Rede. Ein Garant für großartige
Musik im Black- und Gothik-Metal. Da fällt es nicht schwer,
sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es auch der Death
Metal schaffen kann, zu begeistern. Leider fällt mir wirklich
überhaupt kein Beispiel für guten Death Metal aus
Finnland ein. Muss wohl an mir liegen!
Hier liegt nun aber ein solches in meiner Anlage und rotiert
lustig vor sich hin. TOTAL DEVASTATION heißt
besagte Kombo, also „Totale Verwüstung“; klingt
für mich nach ‘nem Schwarzeneggger-Aktschn-Muhwie.
Nach sage und schreibe 5 Demos innerhalb von 5 Jahren liegt
nun das Debüt-Album besagter finnischer Boygroup vor. Roadmap
Of Pain lautet ihr Erstwerk und weiß schon
zu gefallen.
Das Cover ist eher schlicht gehalten - Hochspannungsmasten vor
bewölktem Sonnenuntergangsstimmungsrottönenhimmelszelt.
Erinnert mich seltsamerweise an System Of A Down-Cover. Hab
wieder keine Begründung dafür (weder für Assoziation
noch für das Cover). Im Booklet eine feine Ablichtung der
6-Mann-Band, die eine Kunst daraus gemacht haben, Bärte
im Gesicht zu tragen. Bis auf ein Mitglied, der sich zur Strafe
gleich die ganze Murmel rasiert hat.
Geboten wird eher ruhiger Death - nicht jedermanns Sache. Man
kann getrost schon von sehr doomigen Balladen sprechen.
Der Funke will bei keinem der Titel so recht überspringen.
Der Gesang liegt mir etwas zu sehr im Hintergrund und es fehlt
auch einfach der Druck bei der Sache. Die Gitarren dümpeln
vor sich hin und sägen nicht und das Schlagzeug plänkelt
eigentlich nur. Der erste Track I Am God ist für
‘nen Opener zu ruhig ausgefallen, da geht es im folgenden
Struggling From Chokehold schon mehr zur Sache. Die
Stücke pendeln dann zwischen ruhig und nicht treibend genug.
Allerdings bin ich von Fleshing total begeistert (ist
leider auch eins der kürzesten Tracks). Nackenwirbelzertrümmerer
sucht man hier vergebens. Finnen sind wohl doch eher ein ruhiges
Volk. Das kann beim Death Metal sehr hinderlich sein.
Aber irgendwie schaffen es die Jungs trotzdem, mir zu gefallen.
Der Gesamteindruck ist gerade durch seine Schlichtheit für
mich doch eher positiv.
Fazit:
Wer auf „ruhigen“ Death/Doom steht und Gitarrengefrickel
total nervig findet, der sollte einfach zugreifen; allen anderen
sei geraten erstmal reinzuhören und sich ein Bild von TOTAL
DEVASTATION machen.