TOTAL DEVASTATION – Roadmap Of Pain

 
Label: Firebox
Release: 14.07.2003
Von: Spielor
Punkte: 7/10
Time: 45:31
Stil: Death Metal
URL: Total Devastation
 

Das Land der tausend Seen und der Männer mit Bärten. Jawollja von Finnland ist die Rede. Ein Garant für großartige Musik im Black- und Gothik-Metal. Da fällt es nicht schwer, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es auch der Death Metal schaffen kann, zu begeistern. Leider fällt mir wirklich überhaupt kein Beispiel für guten Death Metal aus Finnland ein. Muss wohl an mir liegen!
Hier liegt nun aber ein solches in meiner Anlage und rotiert lustig vor sich hin. TOTAL DEVASTATION heißt besagte Kombo, also „Totale Verwüstung“; klingt für mich nach ‘nem Schwarzeneggger-Aktschn-Muhwie.
Nach sage und schreibe 5 Demos innerhalb von 5 Jahren liegt nun das Debüt-Album besagter finnischer Boygroup vor. Roadmap Of Pain lautet ihr Erstwerk und weiß schon zu gefallen.
Das Cover ist eher schlicht gehalten - Hochspannungsmasten vor bewölktem Sonnenuntergangsstimmungsrottönenhimmelszelt. Erinnert mich seltsamerweise an System Of A Down-Cover. Hab wieder keine Begründung dafür (weder für Assoziation noch für das Cover). Im Booklet eine feine Ablichtung der 6-Mann-Band, die eine Kunst daraus gemacht haben, Bärte im Gesicht zu tragen. Bis auf ein Mitglied, der sich zur Strafe gleich die ganze Murmel rasiert hat.
Geboten wird eher ruhiger Death - nicht jedermanns Sache. Man kann getrost schon von sehr doomigen Balladen sprechen.
Der Funke will bei keinem der Titel so recht überspringen. Der Gesang liegt mir etwas zu sehr im Hintergrund und es fehlt auch einfach der Druck bei der Sache. Die Gitarren dümpeln vor sich hin und sägen nicht und das Schlagzeug plänkelt eigentlich nur. Der erste Track I Am God ist für ‘nen Opener zu ruhig ausgefallen, da geht es im folgenden Struggling From Chokehold schon mehr zur Sache. Die Stücke pendeln dann zwischen ruhig und nicht treibend genug. Allerdings bin ich von Fleshing total begeistert (ist leider auch eins der kürzesten Tracks). Nackenwirbelzertrümmerer sucht man hier vergebens. Finnen sind wohl doch eher ein ruhiges Volk. Das kann beim Death Metal sehr hinderlich sein.
Aber irgendwie schaffen es die Jungs trotzdem, mir zu gefallen. Der Gesamteindruck ist gerade durch seine Schlichtheit für mich doch eher positiv.

Fazit: Wer auf „ruhigen“ Death/Doom steht und Gitarrengefrickel total nervig findet, der sollte einfach zugreifen; allen anderen sei geraten erstmal reinzuhören und sich ein Bild von TOTAL DEVASTATION machen.