TORRID – Science Of Coma
 
Label: Demo
Release: 2004
Von: Psycho
Punkte: -/-
Time: 33:09
Stil: Wave/Gothic Rock
URL: Torrid
 

Schon komisch: gerade habe ich mich bei der Review zur neuen Zeraphine-Single wieder beherrschen müssen, um nicht erneut Vergleiche mit längst vergangenen Zeiten heraufzubeschwören, da erreicht mich mit Science Of Coma ein Demo, beim dem das von ganz alleine (und praktisch ohne störende Nebenwirkungen) passiert.
Das Essener Ein-Mann-Projekt TORRID orientiert sich nämlich, zumindest für meinen Geschmack, hörbar an den ersten Veröffentlichungen der Dreadful Shadows. Deutlich wird dies vor allem in der Art der kombinierten Einsatzes von Keyboards und Gitarren sowie der Struktur der verwandten Melodien, und hier insbesondere beim Gesang. Allerdings sei klar gesagt: ganz so weit ist Mastermind Stefan Richter dann doch noch nicht, aber immerhin auf einem sehr guten Weg. Knackpunkt ist in der Tat der Gesang, da mangelt es einfach noch ein wenig an Stimmumfang und Intonationssicherheit. Dafür wird für durch den Einsatz einer Gastsängerin für zusätzliche Abwechslung gesorgt, die vor allem bei den Refrains zum Zuge kommt.
Die meist überlangen Stücke selber sind, wie schon beschrieben, anspruchsvoller Wave/Gothic Rock, bei denen innerhalb der Instrumentierung weder die elektronischen noch die „handgemachten“ Elemente in den Vordergrund gestellt werden. Statt dessen wird eine geschickte Synthese angestrebt, was TORRID im kompositorischen Bereich auch schon sehr gut gelingt. Umso bedauerlicher, dass dieser Effekt durch die im Mix etwas zu leisen E-Gitarren wieder ein wenig konterkariert wird. Trotzdem: Stücke wie der rockige Opener Snow Of Syberia oder das sehr episch veranlagte Wasteland gefallen mir schon recht gut und dürften auch einer breiten Schicht an potentiellen Käufern zusagen. Da kann man auf die weitere Entwicklung durchaus gespannt sein! Beim letzten Track Infinity lässt man zudem noch einen gehörigen Schuss Diary Of Dreams mit einfließen, ohne sich jetzt auch hier die Blöße des direkten Kopierens zu geben.
Insgesamt also eine mehr als ordentliche Leistung, die man mit Science Of Coma geboten bekommt. Diese Band lohnt es sich im Auge zu behalten!