TORIAN
kommen aus Paderborn und machen auf ihrem Debüt das, was
man nach Ansicht des Covers und dem Info-Material erwarten konnte:
teutonisch geprägten Power Metal, gespickt mit reichlich
Harmony-Leads, Reitergitarren und insgesamt viel Melodie und
Doublebass sowie fast durchwegs sehr hymnisch geratenen Chören
und Refrains.
Qualitativ kann man den Jungs dabei sicherlich absolut nichts
vorwerfen. Sämtliche Tracks sind sauber und abwechslungsreich
in Szene gesetzt, alle Musiker beherrschen ihr Metier, wobei
besonders zu erwähnen ist, dass Sänger Marc Hohlweck
nicht in zu hohen Lagen rumjallert, sondern genau die richtige
Tonlage für diese Art von Musik besitzt und seine Stimme
auch meistens gut einzusetzen weiß.
Folglich habe ich hier wieder nur mein übliches Problem,
denn auch TORIAN können dem Genre absolut
nichts Neues abgewinnen und verbraten ein ums andere Mal teilweise
seit Jahrzehnten bekannte Riffs. Wie mich das langweilt! Übrigens
nicht nur bei dieser Band...
Das Tempo der Songs bewegt sich meistens im mittleren Bereich,
allerdings gibt es davon auch krachende Ausnahmen wie z.B. Late
Revenge oder Decadence, wo man fast schon im Melodic
Speed Metal-Bereich landet. Einige Refrains besitzen echten
Ohrwurmcharakter, wie z.B. die Bandhymne Torian (hier
als Opener fungierend) oder Born To Win, ansonsten
gibt es noch die übliche Halbballade mit Leave This
World Behind und mit Souls Of Fire (Like The Autumn
Leaves...) einen überlangen Rausschmeißer, der
allerdings schon sehr stark nach den älteren Blind Guardian
klingt.
Insgesamt also eine durchaus solide Leistung, was im Übrigen
auch für die Produktion gilt, nur vom Hocker konnte mich
Dreams Under Ice leider trotzdem
nicht reißen. Ich probiers daher mal mit neutral-subjektiven
6,5 Punkten.