Das Rezept von THE ORDER OF APOLLYON besteht nur aus ein paar schmackhaften Grundzutaten, sie vermischen nämlich eine Wagenladung an polnischer Durchschlagskraft mit einer Prise französischer Extravaganz und kochen ihr spezielles Süppchen.
Meistens brettert das dunkle Quartett intensiv dahin, nimmt aber schon beim Opener The Lies Of Moriah das Tempo abschnittsweise etwas heraus und baut verschleppte Takte ein, um der Monotonie von vornherein einen Riegel vorzuschieben. Diese Stop-and-Go-Taktik tut der Dynamik gut und erzeugt einen gewissen Überfallseffekt.
Interessante Gitarrenfüller und ein dezent komplexer Anstrich prägen das sonst recht direkt und kompromisslos drückende Rites Of The Immolator, die Grooves ab der Mitte des Songs gehen wohltuend dirket in die Nackenmuskelpartie. Griffige Riffs sowie unbarmherzige Blasts formen eine unheilige Allianz und werden bei Grey Father stets von einer grummelnden Stimme getragen; die flatternden Gitarren sorgen gemeinsam mit fließenden Taktwechseln für Spannungsmomente.
Die pfeilschnellen Attacken begeistern ob ihrer knapp am Chaos vorbeischrammenden enthusiastischen Darbietung und komplettieren die durchblitzenden Leadmelodien, die etwa The Cradle das gewisse Etwas verleihen. THE ORDER OF APOLLYON sind schlaue Füchse und wissen ganz genau Bescheid, wann der Song eine melodische Note braucht oder einfach nur ungezügelte Aggression vonnöten ist. Einprägsame Refrains fehlen hier allerdings, doch solche Platitüden hat die Band nicht nötig, die plättende Gesamtwirkung scheint wichtiger als leicht konsumierbare Eingängigkeit.
Das Stück namens Soldat sticht wegen seines deutschen Titels, der zweisprachigen Texte und aufgrund des symphonischen Beginns heraus, der eine majestätische Eleganz und Boshaftigkeit zugleich ausstrahlt. Mir gefallen die unaufdringlichen, heiser intonierten Vocals hier richtig gut, diese Komposition setzt sich am besten in meinem Gedächtnis fest.
Insgesamt holzt die spielwütige Truppe über weite Strecken alles nieder, das sich in den Weg stellt, doch die pointierten Stops, melodischen Versatzstücke oder sanfteren Passagen lockern das wütende Inferno zur richtigen Zeit wohltuend auf und machen dieses Album so zu einem aggressiven, aber niemals stumpf chaotischen Gesamtwerk.