TONER LOW – II

 
Label: Roadkill Rekordz
Release: November 2008
Von: Dajana
Punkte: 9/10
Time: 60:46
Stil: Psychedelic Stoner Doom
URL: Toner Low 
 
II ist ein Mitbringsel vom Doom Over Berlin Festival und markiert meine erste Begegnung mit TONER LOW, die jenes Festival eröffneten und mich schlichtweg und von Beginn an umgehauen haben.
1998 gegründet veröffentlichen TONER LOW nach diversen Demos und Splits ihr Debüt Toner Low im Juni 2005. Es bedarf weiterer 3 Jahre und erneuten Line-Up Wechseln, bis das Zweitwerk zum 10-jährigen Jubiläum endlich im Kasten ist und veröffentlicht wird. Und das ist dann auch der aktuelle Stand der Dinge. Glücklicherweise hat II Langzeitwirkung. Man entdeckt auch noch nach Wochen und Monaten neue Details auf diesem Album, was - zugegebenermassen - auch dem jeweiligen mentalen Zustand geschuldet sein mag. Unterschiedliche Stimmungslage - unterschiedliches Hörempfinden.
Vier Tracks, schlicht durchnumeriert, drei davon knapp 15 und der letzte fast 20 Minuten lang. TONER LOW beginnen mit einem verhaltenen düsteren Intro-Part und gehen dann in diese monströs fetten Riffs über, mit einer Hookline, die sich regelrecht ins Gehirn frisst. Kellertief, harsch, basslastig, dronig, dazwischen spacige Soundsamples und dynamische Wendungen, bis ab der Mitte des Songs der verzerrte Gesang von Bassistin Miranda einsetzt. Dieser entpuppt sich nicht als die spekulierte Schwachstelle nach dem Weggang von Deef, tatsächlich gibt er der Brutalität eine gewisse Balance.
Track II legt seinen Schwerpunkt zunächst auf hypnotisches tribalartiges Drumming, bis - völlig unverhofft und unerwartet - ein geradezu filigranes Saxophon seine Töne in den Äther entsendet, unterstützt von akustischen Gitarren und einmal mehr mit einer markanten Melodie, natürlich nicht ohne über kurz oder lang zum seelenzerfetzenden Schlachtfeld zurückzukehren. Ähnlich sind auch die letzten beiden Tracks angelegt, immer wieder mit überraschenden Wendungen versehen, welche die Monolithen gekonnt auflockern. Obwohl II ein großartiges Album ist, das Debüt um Längen schlägt, darf sich das Trio gerne wieder ins Studio bewegen und für Nachschub sorgen ;)