Dieses
Album entwickelt eine tolle Atmosphäre, die immer intensiver
wird, je länger man Schemen sein
Ohr schenkt! Das beginnt schon mit der stimmungsvollen Eröffnung
namens Impuls – und TODTGELICHTER
können für den Black Metal wirklich einige Impulse
setzen. In den ersten Minuten von Larva klingt die
Musik der Gruppe allerdings roh, ungeschliffen und auch nicht
gerade herausragend eigenständig, kurz gesagt wie viele
andere Black Metal Bands auch. Doch glücklicherweise setzen
TODTGELICHTER nicht nur auf Aggression und
Geschwindigkeit – nein, auch andere Emotionen finden in
den vielgestaltigen Kompositionen Platz. Die Stimme nimmt dabei
im Ausdruck eine zentrale Rolle ein, sie transportiert versiert
Verzweiflung, Wut und Kampfeslust. So nach und nach schälen
sich einige charakteristische Merkmale heraus, die diese Veröffentlichung
von anderen abhebt.
Mich beeindruckt vor allem die eisige Kälte, die fast spürbar
den Körper zu überziehen scheint, wenn Hassbrocken
wie Segen oder Blutstern einem Blizzard gleich
über mich hinwegfegen. Der Refrain des bestechend vorgetragenen
Stückes Segen ist durch seine intensiv geschrieene
Variante sehr mitreißend ausgefallen und will mir nicht
mehr aus dem Kopf. Dazu gibt es als Sahnehäubchen eine
kurze Akustikgitarreneinlage. In den langen und ausladenden
Strukturen hat die Band genügend Spielraum, um eine Menge
Ideen unterzubringen; die aggressiven Teile behalten dabei klar
die Oberhand, doch bevor die Musik Gefahr läuft, der Langeweile
anheim zu fallen, bringen eher ruhige Momente Abwechslung ins
Spiel. Auch ein paar unaufdringliche, doch umso wirkungsvollere
Hintergrundgeräuschkulissen bereichern den Klang, so bettet
sich eines jener Effekte perfekt ins Bild von Blutstern
ein. Jedes Stück besitzt reichlich Details und schöne
Melodien, die Steigerungen der Intensität wissen ebenso
zu gefallen. Der Abschluss in Form von Beginn Des Endes
ist dann allerdings eine faustdicke Überraschung: langsam
im Grundtempo gehalten, kommt unverhofft eine hervortretende
Frauenstimme zum Einsatz, die das ganze Lied dominiert und zusammen
mit der dezenten Instrumentaluntermalung einen harmonischen
Schlusspunkt setzt. Apropos Instrumente: auch untypische Klangerzeuger
wie Saxophon oder Didgeridoo finden als aufwertende Elemente
gekonnt Verwendung.
Insgesamt gesehen ist Schemen eine
Platte, die zwar nicht einfach zu hören ist, aber nach
einer Eingewöhnungsphase tiefgehenden Genuss zulässt.
Die knapp eine Stunde lang dauernde CD fordert den Hörer
heraus, eine Menge Emotionen prasseln auf den Zuhörer hernieder.
Es gibt allerdings weitaus Schlimmeres, als von vor positiven
Aspekten strotzender Akustik erschlagen zu werden, oder?