Nach mehr
als 2 Jahre gibt es endlich wieder was von den italienischen
Industrial Metallern zu hören, aber das Warten hat sich
gelohnt, will ich meinen ;)
Auf der vierten Langrille A Clockwork Highway
führt man den beklemmenden Industrial Sound nicht nur fort,
sondern hat ihn um einiges aufpoliert und somit im Vergleich
zum Vorgänger New Viral Order
einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht.
Die teils sehr willkürlich wirkenden Soundexperimente hat
man einfach weggelassen und beschränkt sich nunmehr auf
eine düstere Industrial Wand, bei der man sowohl frühe
Neurosis, Aborym oder späte Ulver, als auch ganz alte Skinny
Puppy und Front Line Assembly einfließen lässt. Der
Sound ist minimalistischer, monotoner geworden, dabei aber keineswegs
eindimensional und erzeugt genau deshalb diese bedrückend-beängstigend
apokalyptische Endzeitstimmung. Die kalten Soundcollagen aus
Maschine, tiefgestimmten Gitarren und teils tribalartigen Drums
stehen deutlich im Vordergrund, während der Schrei-Gesang
ziemlich im Hintergrund bleibt. Dazu kommen eine Reihe Sprachsamples,
bei denen schwer zu sagen ist, ob sie aus Filmen stammen oder
selbst kreiert wurden. Überhaupt passt diese Musik unheimlich
gut zu allen möglichen visuell dargestellten Horrorszenarien
der Zukunft, bei denen Maschinen eine Rolle spielen. Völlig
egal, ob man dabei schon existierende Filme im Kopf, David Lynch
damit einen machen lässt, Enki Bilal’s Nikopol Trilogie
oder Druuna damit vertont oder seinen eigenen Geist der schützenden
Sicherheit beraubt. A Clockwork Highway
ist der Architekt der eigenen verdrehten Visionen.
Während eigentlich alle Songs das hohe Level halten, überrascht
der letzte Song Babilonia Cafe’ unvermutet mit
orientalischen Klängen und Livestimmung. Bevor man sich
aber daran gewöhnen kann, gibt’s noch einmal ein
heftiges Industrial Gewitter zum Abschluss. THEE MALDOROR
KOLLECTIVE haben sich mit A Clockwork Highway
wirklich übertroffen und haben mit ihrem vierten Album
die Grundlage für wirklich Neues und Innovatives geschaffen!