In Reviews
sich um Superlativen zu bemühen, ist ja Standard. Meistens
geht es ja um das härteste, brutalste und schnellste Album,
und um das Beste, das die Band je gemacht hat sowieso.
Reihen wir uns also ein.
TODAY IS THE DAY sind die verdammt noch mal
EXTREMSTE Band, die es auf diesem bekackten Planeten gibt, und
zwar in ALLEN Belangen.
Sollte reichen
für ein Review ? Naja, vielleicht nicht ganz.
Der Rezensent outet sich hiermit als Fan und gibt den Vermutungen,
das er vielleicht nicht ganz objektiv ist, genug Vorschub.
Machen wir
ein wenig Geschichtsunterricht, um ein wenig die Welt von Chameleon
Steve Austin zu verstehen. Steve Austin ist seines Zeichen Kopf
der Band und gefragter Produzent (Lamb Of God, Cable, Bongzilla,
Converge) und zumindest auf der Bühne ein furchteinflößender
Psychopath :
die ersten
beiden LPs sind mir nicht geläufig, kamen allerdings auf
dem Fachlabel für Noiserock Amphetamine Reptile Records
(AmRep) raus, was musikalisch für sehr lärmigen, häufig
recht punk-, oder hardcorelastigen Indierock stand.
Willpower
die erste LP, die ich mir kaufte, war ein halbstündiger
Höllenritt durch die dunkelsten Abgründe von midtempo-lastigem
Noisecore. Ein wie wahnwitzig kreischender Sänger, Disharmonien
und Offbeat-Rhythmik, die seines gleichen suchte.
Mit Temple
Of The Morning Star wanderte die Band in Richtung
Metal, allerdings in die karthasischen Untiefen, die auch Neurosis
manchmal besuchen. Auch vom Cover her sah das ganze eher metalmäßig
aus.
In
The Eyes Of God sprengte dann denn Grat, den Carcass
nach Symphonies OIf Sickness nie überschritten hatten,
ohne die Wurzeln des Sounds zu vergessen. Zweistimmig gekreischter
Harmonizer Gesang, tat sein übriges dazu, die Stimmung
dieser Platte besonders nervenzerfetzend zu machen.
Wer dachte,
das TODAY IS THE DAY den Gipfel erreicht hatten,
in dem was sie in Ihrer Art zu sagen hatten, sah sich getäuscht.
Mit der zweistündigen Doppel-CD Sadness Will
Prevail setzten sie noch einen Schlag drauf. Das
Artwork schwarz-weiß, depressiv ... der Sound und die
Produktion reduzierter und primitiver, die Stimmung ein einziges
Tief an Verzweiflung , Hass und Schmerz. Wer diese Platte am
Stück durchhören konnte, war danach entweder ein psychisches
Wrack, oder dem konnte nichts, aber auch gar nichts mehr anhaben.
Der Rezensent
outet sich hiermit als Fan, gibt allerdings zu, keine einzige
Platte von TODAY IS THE DAY jemals ganz an
einem Stück durchgehört zu haben !!!
Kiss
The Pig ist tatsächlich, um noch mal die
Superlativen zu bemühen, die schnellste Platte, die TODAY
IS THE DAY jemals gemacht haben, am Sound hat sich
im Gegensatz zum Vorgänger nicht viel geändert und
immer noch wühlen TODAY IS THE DAY in
einen Pfuhl aus Schmerz, Hass, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit
und schreien genau dies auf unangenehmste Art und Weise heraus.
Hardcore pur.
Ob Kiss The Pig die beste Platte von
TODAY IS THE DAY ist, sei mal dahingestellt,
vielleicht konnten sie sich das erste mal auch stimmungsmäßig
nicht selbst übertreffen, war aber nach Sadness
Will Prevail auch fast unmöglich.
Aber wer musikalische Extreme liebt und prinzipiell einem explosivem
Cocktail aus Frühneunziger Florida Death Metal (z.B. Brutality),
Modern Hardcore (z.B. Converge) und sehr schrägen Sounds
a la Voivod was abgewinnen könnte, der sollte sich die
Zeit und den Mut nehmen, sich mit dieser außergewöhnlichen
Band zu beschäftigen.
TODAY
IS THE DAY sind einzigartig und in Ihrem Bereich zweifellos
Fall ohne Konkurrenz.
Der Standardspruch Love 'em or hate 'em trifft hier auf jeden
Fall zu.
Ich würde
weit mehr als 10 Punkte geben !!!