TIMEMAGE
IST Stephan Schenkel, von der ersten Note bis zur Endproduktion.
Er singt, spielt Keyboards, auf Rebirth alle
Instrumente bis auf Deschermeiers Gitarre, selbst ein. Dabei
verfällt er nie in einen überzogenen Ego-Modus,
der beweisen will, wie toll man seine Sache beherrscht. Schenkel
spielt songdienlich, gibt seinen Keyboards zwar viel Freiheit,
schränkt aber das Gitarrenspiel nicht ein. So weiss Rebirth
wieder zu gefallen als musikalischer Grenzgänger mit
viel Geschmack und Gespür für Melodien, Breaks,
Hymnen und kantige Passagen. Geeignet für den weltoffenen
Hörer deftigen Metals mit Gefallen an komplexeren Strukturen
und ebenso den Freund progressiver Klänge, der keine
Scheu vor zupackender Härte besitzt.
Rebirth
ist bereits TIMEMAGEs neuntes Album. Mit Black
Invocation steht Nummer zehn bereits in den Startlöchern.
Philipp Deschermeier hat aus Zeitmangel die Gitarre an den
Nagel gehängt, dafür sind Bassist Thomas Peters
und der frühere Gitarrist Florian Klein mit an Bord.
Das Projekt läuft also weiter und das ist gut so. Denn
TIMEMAGE erlauben es selbst Zynikern, an das Gute im
Menschen zu glauben.
Wenn Stephan Schenkel
verkündet – allen derzeit mit vielen Emotionen
und wenig durchdachten Argumenten und Lösungsvorschlägen
geführten Urheberrechts-Diskussionen zum Trotz: „Uns
geht es wirklich nur darum, Musik zu machen, die uns selbst
gefällt und dabei möglichst viele geneigte Hörer
zu finden“, dann nehmen wir ihm das angesichts solcher
Produktionen ohne jeden Zweifel ab. TIMEMAGE bieten
auf ihrer Homepage alle(!) bisher erschiene Musik kostenlos
zum Download an. Also: ladet runter, testet, spendet oder
kauft die verfügbaren CDs für einen Appel und ein
halbes Ei direkt bei der Band. Es lohnt sich.
Rebirth
leidet, mehr als Witchcraft, an der Heimproduktion.
Die ist zwar immer noch höchst bemerkenswert und weit
entfernt von jeder Semiprofessionalität oder gar amateurhaftem
Dilettantismus. Aber die Musik von TIMEMAGE braucht
den vollen, sauberen Klang; die Möglichkeit sich auch
technisch entfalten zu können. Das blecherne klingende
Schlagzeug, der etwas verwaschene Sound der restlichen Instrumente
hinterlässt mehr eine Ahnung von dem, was TIMEMAGE
sein könnten, als das was sie sind. Also habt ein Einsehen,
gebt dem Schenkel Geld, lasst ihn im Lotto gewinnen, damit
die technische Umsetzung endlich den musikalischen Ansprüchen
(und ihrer Erfüllung) entsprechen kann.
Ansonsten wie gehabt:
Höchste Empfehlungsstufe!