TIDFALL - Nucleus
Label: Nuclear Blast
Release: 04. 08. 2003
Von: Medion
Punkte: 2,5
 
Tja, gelegentlich bin ich froh, dass ich die Vergangenheit einer Band nicht kenne. Denn der Schrott, der mir in Form von TIDFALL's drittem Album Nucleus vorliegt reicht, um die Band vorerst ad acta zu legen. Und gleichzeitig erkenne ich hier erstmals ein paar Schwächen seitens ihres Labels Nuclear Blast, die ich gar nicht für möglich hielt, da ich die Donzdorfer Plattenfirma fast schon für unfehlbar ansah, was ihre Signings betrifft.
Grundsätzlich kann ich mich mit der Idee von Electro-Black-Metal ja äußerst gut anfreunden, doch was mir die fünf Norweger hier um die Ohren hauen, geht auf keine Kuhhaut. Konfus, monoton, stumpf und unausgegoren klingen die Tracks, mit komischen Synthie-Sounds und faden Black Metal Shouts ausgestattet. 9 Songs, einer langweiliger als der andere. Nebenbei scheint auch Knight Rider sein Revival zu erleben, bekomme ich den typischen Sequencer-Part aus der Serie doch nach dem Radio-Hit von Panjabi MC und den Französischen Industrial-Metallern Dagoba hier bereits ein drittes mal in diesem Jahr in einem Song geboten - strange! TIDFALL könnten vielleicht so klingen, als hätten Dimmu Borgir ihren damaligen Industrial-Ausflug Puritania fortgesetzt, sind aber weit davon entfernt auch nur annähernd solche Riffs aus dem Ärmel zu schütteln. Somit bleibt eigentlich nicht viel mehr als der (vorhandene) Wille, Black Metal mit Industrial zu kombinieren, denn die Umsetzung und alles andere sind hier eindeutig in die Hose gegangen. Einziger Trost für die Norweger - die neue Dimmu-Scheibe erscheint erst einen Monat später, ansonsten würden TIDFALL wohl zu allem Überdruss auch noch im Rahmen deren Marketinghypes völlig platt gewalzt werden... In dem Fall bleibt vielleicht sogar die Chance für die Band, wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Tidfall