Tja,
gelegentlich bin ich froh, dass ich die Vergangenheit einer Band
nicht kenne. Denn der Schrott, der mir in Form von TIDFALL's
drittem Album Nucleus vorliegt reicht,
um die Band vorerst ad acta zu legen. Und gleichzeitig erkenne
ich hier erstmals ein paar Schwächen seitens ihres Labels
Nuclear Blast, die ich gar nicht für möglich hielt,
da ich die Donzdorfer Plattenfirma fast schon für unfehlbar
ansah, was ihre Signings betrifft.
Grundsätzlich kann ich mich mit der Idee von Electro-Black-Metal
ja äußerst gut anfreunden, doch was mir die fünf
Norweger hier um die Ohren hauen, geht auf keine Kuhhaut. Konfus,
monoton, stumpf und unausgegoren klingen die Tracks, mit komischen
Synthie-Sounds und faden Black Metal Shouts ausgestattet. 9 Songs,
einer langweiliger als der andere. Nebenbei scheint auch Knight
Rider sein Revival zu erleben, bekomme ich den typischen Sequencer-Part
aus der Serie doch nach dem Radio-Hit von Panjabi MC und den Französischen
Industrial-Metallern Dagoba hier bereits ein drittes mal in diesem
Jahr in einem Song geboten - strange! TIDFALL
könnten vielleicht so klingen, als hätten Dimmu Borgir
ihren damaligen Industrial-Ausflug Puritania
fortgesetzt, sind aber weit davon entfernt auch nur annähernd
solche Riffs aus dem Ärmel zu schütteln. Somit bleibt
eigentlich nicht viel mehr als der (vorhandene) Wille, Black Metal
mit Industrial zu kombinieren, denn die Umsetzung und alles andere
sind hier eindeutig in die Hose gegangen. Einziger Trost für
die Norweger - die neue Dimmu-Scheibe erscheint erst einen Monat
später, ansonsten würden TIDFALL wohl
zu allem Überdruss auch noch im Rahmen deren Marketinghypes
völlig platt gewalzt werden... In dem Fall bleibt vielleicht
sogar die Chance für die Band, wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit
zu erhaschen.
Tidfall
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