THY SERPENT - Death ( EP )

Label: Spinefarm Records

Release: 2000

Von: Calani

Punkte: 9


Lange hatte man nichts mehr von den beiden Bandköpfen Azhemin ( bass, vocals, syths ) und Sami ( guitar ) gehört. Dann kam mir zu Ohren, das sie eine EP veröffentlicht haben, die aber gar nicht so einfach zu bekommen ist. Verstärkt mit Teemu Laitinen ( drums ) und Tomi Ullgren ( lead guitar ) haben THY SERPENT hier ein wahres Wunderwerk abgeliefert. Was soll ich sagen ? Mein erster Impuls war, alle Leute rauszuschmeißen, die Tür verriegeln und hemmungslos anfangen zu heulen. Death ist so was von traurig und düster. Es schnürt einem schier das Herz zusammen. Man möchte in Tränen zerfließen, eins werden mit seinen Träumen und Sehnsüchten, der Welt seinen Schmerz herausschreien. Wie einsam, verlassen und trostlos müssen finnische Nächte sein, um eine derartige Musik zu schreiben? Auf dieser EP findet man nach wie vor den typischen THY SERPENT Sound, dennoch hat man diesmal beinahe auf alle Black Metal relevanten Elemente verzichtet. Und wer noch den Vorgänger Christcrusher im Ohr hat, weiß, daß THY SERPENT auch schon früher ihren Black Metal besonders düster zelebriert haben. Es ist schwer die Musik genau zu beschreiben. Diverse Schubladen passen einfach nicht. Die Band nun in die Gothic Ecke zu drängen wäre definitiv zu einfach und paßt auch nicht wirklich, wenn man gewisse Einflüsse auch nicht absprechen kann. Der Gesang wechselt zwischen cleanen Passagen und Growls. Die Stücke bewegen sich alle im Mid-Tempo-Bereich, sind druckvoll und unglaublich intensiv. Der dritte Track Sleep in Oblivion startet aggressiver, driftet aber nicht in blackmetallisches Geprügel ab. Eine hervorragende Arbeit wird hier mit den Keyboards geleistet. Sie unterlegen die Songs mit einem dichten Klangteppich, ohne das es aber übertrieben kitschig oder gar hymnenhaft klingt. Dieser Klangteppich vermag einen einzufangen und mitzunehmen, wohin auch immer... Leider ist Death nur 22,25 Minuten lang und man wird doch recht abrupt aus seinen Gedanken gerissen. Man kann sich diese Platte aber getrost 4, 5 mal hintereinander anhören, ohne das sie langweilig wird. Wer also vorzugsweise in blackmetallischen Gefilden wuselt, nix gegen düstere Gothic Einflüsse hat und noch eine stimmungsvolle Untermalung sucht, um bei diesem Wetter todtraurig die Regentropfen an der Scheibe zu zählen, der sollte sich Death wirklich zulegen. Auf einen nächsten Longplayer haben wir sicherlich noch eine kleine Ewigkeit zu warten.

Trackliste: Deathbearer ; Wounds Of Death ; Sleep In Oblivion ; Parasites