THYRANE – Travesty Of Heavenly Essence

 
Label: Spinefarm
Release: 25.11.2005
Von: Psycho
Punkte: 7.5/10
Time: 44:22
Stil: Black Metal
URL: Thyrane
 

Die finnische Band THYRANE setzt mit dem neuen Album ihren stilistischen Eiertanz fort: fing man als eher puristische Black Metal-Combo an, so gab es in der Zwischenzeit verschiedenste Einflüsse zu bestaunen (auf dem letzten Album sogar reichlich Elektronik), während man nun mit Travesty Of Heavenly Existence zu den Wurzeln zurückkehrt und, quasi um dann doch noch was Neues zu bieten, an einigen Stellen einige folkige Melodien einbaut.
Das ganze klingt dann wie eine Mischung aus viel Dimmu Borgir und z.B. Ensiferum (oder einer anderen der neueren melodischen Viking-Bands), d.h., auf dem Gerüst meist mittelschnellen Black Metals mit einigen Knüppelpassagen werden viele sinfonische und/oder melodische Keyboard-Kaskaden untergebracht. Technisch gibt es daran rein gar nichts auszusetzen, und auch die Produktion sorgt für ein zugleich rohes wie differenziertes Klangbild, welches gut zur Musik passt.
Doch obwohl diese Melange eigentlich auf hohem Niveau dargeboten wird, will die Mischung bei mir nicht so 100%ig zünden. Die Keyboard-Parts sind mir an manchen Stellen dann doch zu bonbonfarben, und die Gitarrenfront ist zwar variabel und kompetent, so manche Riffs kommen einem aber doch relativ vertraut vor. Weiterhin gibt es kein(e) Stück(e), die aus der Masse hervorzuragen vermögen, so dass es hier ausnahmsweise mal wirklich überhaupt keinen Sinn macht, einzelne Tracks separat zu nennen.
Jeder Titel kann zwar für sich genommen durchaus überzeugen, im Gesamtbild betrachtet sind sie sich aber häufig zu ähnlich, so dass in diesem Fall das Phänomen auftritt, das ein zu homogenes Bild eine Spitzenbewertung verhindert und THYRANE sich mit 7,5 Punkten zufrieden geben müssen. Ist aber auch ein Kreuz mit den Kritikern, nie kann man es den Leuten recht machen...