Nach dem
Blick auf das Albumcover konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen
– und auch der extrem böse Albumtitel sowie das Pseudonym
des Sängers Christcrusher inklusive Maskerade ließen
mich das Schlimmste erahnen...
Doch die Christen vernichtenden Hymnen sind wider Erwarten dieses
ersten optischen Eindrucks recht passabel ausgefallen. Das Blutsüppchen
köchelt auf nordischen Flammen, soll heißen, dass
die beiden Österreicher in der Tradition von Satyricon
oder Immortal musizieren. Die Gitarren schreddern coole Melodien
und auch das Tempo passt. THY NEMESIS verfallen
trotz flottem Galopp weder in permanenten Geschwindigkeitsrausch
noch driften sie ins Chaos ab. Die Keyboards klingen angenehm
und unaufdringlich, sie bereichern das musikalische Spektrum
mit feinen Melodiebögen. Die Schlagzeugarbeit kann aufgrund
des Abwechslungsreichtums überzeugen.
Die zwischen Knurren und Kreischen variierende Stimme kann ebenso
als Pluspunkt vermerkt werden. Erstaunlicherweise ist der Sänger
auch ohne Booklet verständlich. Die in Deutsch und Englisch
verfassten Texte befassen sich ausschließlich mit alten
österreichischen Sagen und Legenden. Zu diesem Thema hätte
meiner Meinung nach die ausschließliche Verwendung der
deutschen Sprache besser gepasst, um noch authentischer zu sein
– so vernimmt man diese nur beim ersten Song An Friedhofsmauern.
Der Sound entfaltet einiges an Druck und alle Instrumente sind
klar hörbar. Produzent Claus Prellinger hat es in seinem
Linzer CCP Studio geschafft, die qualitativ hochwertigen Kompositionen
in ein entsprechend transparentes Klangbild zu hüllen.
Kurz gesagt: Christcrushing Anthems
gefällt sowohl auf musikalischer als auch soundtechnischer
Ebene und wird Fans nordisch geprägten Black Metals überzeugen
können. Zum Schluss sei den beiden Künstlern Tharon
und Christcrusher noch ein Rat mit auf den blutigen Pfad mitgegeben:
nehmt euch für die nächste Platte mehr Zeit fürs
Coverartwork!