Ich
habe THRUDVANGAR vor etwas über einem
Jahr auf der ersten Ultima Ratio das erste Mal live gesehen
und war auf Anhieb schwer begeistert von der Performance und
natürlich auch von den Songs. Diese entstammten damals
fast alle dem noch in Eigenproduktion erstellten, exzellenten
Erstling Ahnenthron. Inzwischen haben
THRUDVANGAR verdientermaßen einen Plattenvertrag
bei Einheit Produktionen ergattern können und mit dem neuen
Album Walhall noch eine Schüppe
draufgelegt.
Positiv fällt sofort auf, dass sich die Produktion schon
einmal um einiges verbessert hat. Der Klang von Walhall
ist meinem Empfinden nach um einiges satter als beim Vorgänger.
Am musikalischen Konzept der Sachsen-Anhalter hat sich aber
glücklicherweise nichts Entscheidendes verändert,
was schon bei den ersten Tönen durch das sehr melodische
und bombastische Intro angekündigt wird. Walhall
ist sehr episch angelegt, wobei ein großer Teil der Melodieführung
vom sehr präsenten Keyboard übernommen wird, was den
meisten Songs eine majestätische Breite verleiht. Mit dem
Track Walhall ist sogar so etwas ähnliches wie
eine Ballade vorhanden, die mit relativ sparsamem Gitarreneinsatz
auskommt und zu großen Teilen von getragenen, weitläufigen
Melodien dominiert wird. Dennoch kommt auf dem gesamten Album
auch die Gitarrenfraktion nicht zu kurz, in diversen Songs,
beispielsweise dem zweiten Stück Asatru oder auch
dem stampfenden Helheim geht es schon ziemlich treibend
zur Sache. Am besten gefallen mir auf Walhall
allerdings die beiden Stücke ganz am Ende vor dem Epilog
Heimholung. Bei diesen sagt mir besonders zu, dass
Sänger Matze, dessen Stimme ohnehin schon ziemlich eindrucksvoll
klingt, in diesen sehr variabel zur Sache geht und gerade bei
den beiden Refrains alles aus sich rauszuholen scheint. Das
Album schließt, ähnlich wie es angefangen hat, mit
einem fast nur vom Keyboard bestrittenen atmosphärischen
Outro das (zugegebenermaßen recht plakativ *g*) von einigen
„Odin!“- Rufen eingeleitet wird.
Mit Walhall
sind THRUDVANGAR ihrem Stil treu geblieben,
ohne jedoch eine Kopie des Vorgängers abzuliefern. Man
kann den Jungs dabei bei sämtlichen Songs die Begeisterung
sowohl für die Musik als auch die mythologisch geprägten
Inhalte anhören. Die epischen Klänge auf Walhall
verleiten wahrlich zum Schwenken der Methörner. Das Album
strotzt nur so vor erhabenen Melodien, schafft es jedoch,
diese mit der nötigen Härte zu kombinieren, um keinen
Kitsch aufkommen zu lassen. Sehr stark und 8.5/10 gibt’s
von mir dafür!
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