THRUDVANGAR – Walhall

 
Label: Einheit Produktionen
Release: 11.08.2006
Von: Seb
Punkte: 8.5/10
Time: 47:39
Stil: Viking/Pagan/Black Metal
URL: Thrudvangar
 
Ich habe THRUDVANGAR vor etwas über einem Jahr auf der ersten Ultima Ratio das erste Mal live gesehen und war auf Anhieb schwer begeistert von der Performance und natürlich auch von den Songs. Diese entstammten damals fast alle dem noch in Eigenproduktion erstellten, exzellenten Erstling Ahnenthron. Inzwischen haben THRUDVANGAR verdientermaßen einen Plattenvertrag bei Einheit Produktionen ergattern können und mit dem neuen Album Walhall noch eine Schüppe draufgelegt.
Positiv fällt sofort auf, dass sich die Produktion schon einmal um einiges verbessert hat. Der Klang von Walhall ist meinem Empfinden nach um einiges satter als beim Vorgänger. Am musikalischen Konzept der Sachsen-Anhalter hat sich aber glücklicherweise nichts Entscheidendes verändert, was schon bei den ersten Tönen durch das sehr melodische und bombastische Intro angekündigt wird. Walhall ist sehr episch angelegt, wobei ein großer Teil der Melodieführung vom sehr präsenten Keyboard übernommen wird, was den meisten Songs eine majestätische Breite verleiht. Mit dem Track Walhall ist sogar so etwas ähnliches wie eine Ballade vorhanden, die mit relativ sparsamem Gitarreneinsatz auskommt und zu großen Teilen von getragenen, weitläufigen Melodien dominiert wird. Dennoch kommt auf dem gesamten Album auch die Gitarrenfraktion nicht zu kurz, in diversen Songs, beispielsweise dem zweiten Stück Asatru oder auch dem stampfenden Helheim geht es schon ziemlich treibend zur Sache. Am besten gefallen mir auf Walhall allerdings die beiden Stücke ganz am Ende vor dem Epilog Heimholung. Bei diesen sagt mir besonders zu, dass Sänger Matze, dessen Stimme ohnehin schon ziemlich eindrucksvoll klingt, in diesen sehr variabel zur Sache geht und gerade bei den beiden Refrains alles aus sich rauszuholen scheint. Das Album schließt, ähnlich wie es angefangen hat, mit einem fast nur vom Keyboard bestrittenen atmosphärischen Outro das (zugegebenermaßen recht plakativ *g*) von einigen „Odin!“- Rufen eingeleitet wird.

Mit Walhall sind THRUDVANGAR ihrem Stil treu geblieben, ohne jedoch eine Kopie des Vorgängers abzuliefern. Man kann den Jungs dabei bei sämtlichen Songs die Begeisterung sowohl für die Musik als auch die mythologisch geprägten Inhalte anhören. Die epischen Klänge auf Walhall verleiten wahrlich zum Schwenken der Methörner. Das Album strotzt nur so vor erhabenen Melodien, schafft es jedoch, diese mit der nötigen Härte zu kombinieren, um keinen Kitsch aufkommen zu lassen. Sehr stark und 8.5/10 gibt’s von mir dafür!