THRUDVANGAR – Vegvisir

 
Label: Trollzorn
Release: 20.11.2020
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 45:45
Stil: Viking Black Metal
URL: Thrudvangar
 

Heroische Schlachtgesänge mit deutschen Texten erwarten uns in gewohnt mächtiger Manier von der kämpferischen Truppe THRUDVANGAR. Naglfar, Hel, Jörmungandr, Fenrir – man stolpert über einige wohlbekannte nordische Termini und möchte kontinuierlich das Methorn schwingen oder die Fäuste zur Ehre Odins gen Valhalla recken.
Eine Menge gelungener Riffs und galoppierender Rhythmen gestalten das mitsingkompatible Jörmungandr unterhaltsam und machtvoll, der beschwingte und doch zackige Spielfluss lädt zum gutgelaunten Mini-Moshpit vor der heimischen Anlage ein, weil das Tanzbein von ganz alleine mitschwingt.
Das Schlachtschiff kreuzt meist durch aufgeraute See und das Musiziertempo bewegt sich demzufolge oft im gehobenen Durchschnitt; dazwischen streut das Quartett effektive Grooves und stampfende Eindringlichkeit ein, garniert mit einer dezenten symphonischen Note und melodischer Lead-Heroik.
Bei Fenrirs Brut lässt man den Hammer schneller kreisen und kombiniert diese gesteigerte Aggression mit tonnenschweren Intermezzi, wodurch sich im Einklang mit hochmelodischen Soli eine gut mundende Mixtur ergibt. Im weiteren Verlauf wippt der Fuß bei den Schlachthymnen rhythmisch mit, auch die Integration von reduzierten Grooves bekommen die Musiker gut hin, doch im Endeffekt fehlt dieser letzte Funke an pfiffigem Mut zur Überraschung, um den Hörer vor Begeisterung mit der Zunge schnalzen zu lassen.
Der balladeske Abschluss Alles, Was Bleibt… hinterlässt einen zwiespältigen, weil für meine Begriffe in Kitsch ertränkten Eindruck und geht beinahe – man verzeihe mir – als Metal-Schlager mit kariesverursachendem Pathos durch die Ziellinie.
Jederzeit kraftvoll und eingängig, doch ohne Überraschungen segeln THRUDVANGAR durch die nordische Mythologie; die erhabenen und kraftstrotzenden Kompositionen laufen wie Met geschmeidig die Kehle runter, sorgen durch das Fehlen einer außergewöhnlichen Zutat aber für keine nachhaltige Detonation, aber wohlwollende Anerkennung.