1998 in Orange County gegründet, haben THREE SIXES zwei EPs und 2004 das selbstbetitelte Debüt veröffentlicht, bevor sie dann völlig von der Bildfläche verschwanden. 10 Jahre später sind sie wieder da, neu definiert, mit aufgefrischtem Line-Up und einem neuen Album.
Um wieder im Musikbusiness Fuß zu fassen, gehen die Kalifornier recht pfiffig zu Werke. Das Zweitwerk Know God, No Peace kommt als Digipak CD in einer „Holy Bible“ Box mit Lyrik-Poster, Foto, Sticker und Infoblättern, unterstützt von einer frühzeitig gestarteten Promotionskampagne.
Bleibt die Frage, ob THREE SIXES auch musikalisch den Erwartungen gerecht werden.
THREE SIXES mischen auf recht eigenwillige Art Thrash Metal mit Industrial, pendeln dabei mehr in die eine oder in die andere Richtung, wobei sie ein geschickteres Händchen für die elektronische Seite haben, wie Darkside oder Soul Destroyer beweisen. Auch das mystische Where Eternity Starts kann man sich gut anhören. Letztendlich aber überzeugen THREE SIXES bei keinem der beiden Genres wirklich. Dafür sind die Tracks zu durchschnittlich, offerieren weder Neues noch Innovatives. Stattdessen klingt das eine oder andere Riff recht vertraut. Sänger Damien LaVey erinnert mich von der Stimmlage her an Kreator’s Mille, ist aber mit seinem aggressiven Pressgesang auf die Dauer furchtbar anstrengend. Auch bei der Produktion gibt es Abstriche, da sie zu klinisch und steril ist. Das passt zwar gut zum Industrial, aber nicht zu den Groove- oder Thrash-Passagen.
Und leider ist Know God, No Peace viel zu lang. Man hätte das Album wunderbar mit dem AC/DC Cover Thunderstruck abschließen können, stattdessen hängt man noch fünf weitere Tracks dran und dann noch einem 10-minütigen spoken words Industrial Hidden-Track (der im übrigen gar nicht so schlecht ist), was den Bogen reichlich überspannt.
Know God, No Peace ist überambitioniert. THREE SIXES wollen zuviel und verzetteln sich dabei.