Vor nicht
all zu langer Zeit kam ich in Kontakt mit Silva von THORNS
OF IVY. Hatte mich damals das mp3-sample auf deren
Homepage bereits nachhaltig beeindruckt, liegt mir nun das selbstproduzierte
und -vermarktete Debüt der neuen Black Metal Hoffnung vor.
Vorweg gleich eines: From Grace To Tragedy
ist definitiv ein herausragendes Stück Musik im österreichischen
Underground-Bereich, Black/Gothic-Metal par excellence, der
den internationalen Vergleich nicht scheuen braucht.
Das Trio schafft den Spagat zwischen Komplexität und Eingängigkeit,
arbeitet mit sphärischen Keyboardparts ebenso wie mit klirrender
Raserei. Dabei verstehen es THORNS OF IVY trotz
aller Referenzen an die Genre-Größen Cradle of Filth,
deren Einfluss wohl mehr als eindeutig herauszuhören ist,
eigene Ideen in ihren Sound zu integrieren und bestechen mit
fantastischem Songwriting und tollen Arrangements. Auch Gesangstechnisch
orientiert man sich an den Engländern, kann jedoch besonders
im Bereich des Black-Metal-Gekeifes punkten, das eher in Richtung
Immortal oder Emperor tendiert.
Trotz aller Qualität hat From Grace To Tragedy
leider einen Schönheitsfehler: Die Produktion. Obwohl sich
auch diese durchaus hören lassen kann, will der Drumcomputer
nicht so ganz zu den Gitarren und Keyboards passen. Erstere
klingen darüber hinaus leider auch etwas dumpf und künstlich,
während der Bass zu wenig Druck macht. Zugute halten muss
man THORNS OF IVY aber, dass die Produktion
sehr transparent geworden ist und der Drumcomputer nach einigen
Durchläufen zumindest nicht mehr negativ auffällt.
So mancher wird vielleicht spöttisch behaupten, From
Grace To Tragedy könnte genauso gut ein unveröffentlichtes
Cradle of Filth-Album darstellen, ich finde aber, das
THORNS OF IVY mit ihrem Debüt einen großen
Schritt getan haben und im Bereich des anspruchsvolleren Black
Metals in Österreich definitiv Maßstäbe setzen.
Ich hoffe, andere sehen das genauso! Die CD ist für 12€
über die Homepage der Band beziehbar und mit einem schönen
Booklet ausgestattet.