Gut
2 Jahre nach der Veröffentlichung der XXY
Kompilation nun also das neue reguläre Studioalbum der
YOUNG GODS. Hypnotisch ist mit das erste was
einem zu Super Ready / Fragmenté
in den Sinn kommt. Zwar beginnt das Album mit I’m
The Drug nahezu metallisch, aber bereits hier ist nicht
Höchstgeschwindigkeit das Motto, sondern gedrosselte Gewalt,
die aber beständig Bedrohung und Gefahr ausstrahlt. Das
Tempo zieht mit Freeze zwar noch ein wenig an, bietet
aber bereits im nächsten Song C’est Quoi
einen gebremsten, rumpeligen, kalten Industrialbeat, der im
folgenden El Magnificio zu flirrenden Synthies und
Franz Treichlers gehetzten Frage- und Antwortstatements nur
leicht variiert seine Fortsetzung findet. Und dann kommt mit
Stay With Us tatsächlich eine Ballade, die klingt,
als hätte man einen eingefrorenen George Harrison wieder
aufgetaut, um eine Variation seines Within Without You für’s
21. Jahrhundert darzubieten. Neben Harrison schauen noch die
Doors – einen Fatboy Slim Remix im Gepäck –
bei About Time vorbei. Orientalische und psychedelische
Momente geben der eher kalten Grundstimmung einen Hauch von
Wärme, die aber wenig Trost, sondern eher eine Ahnung von
Hölle spendet. Als vielleicht prägnantestes Beispiel
für die Ausrichtung des Albums mag das längste (und
Titel)stück Super Ready/ Fragmenté dienen.
Zu sparsamer Instrumentierung bellt sich Treichler durch den
französischen Text, die Geschwindigkeit steigert sich,
doch ehe der Rausch beginnt, wird der Sound heruntergefahren,
bis nahezu nur noch ein bedrohliches Surren bleibt, einer geöffneten
Gasleitung ähnlich. Doch das ist nicht das Ende, denn die
perkussiven Elemente leben wieder auf und poltern, begleitet
vom repetitiven und doch emotionalen Singsang „Super Ready/
Fragmenté“, dem Ende entgegen. Mit Everythere
gibt es anschließend (fast) einen Rocksong, bevor Un
Point C’est Tout das Album in Zeitlupe, untermalt
durch das gesampelte Klicken einer defekten CD, äußerst
stimmungsvoll ausklingen lässt.
Harter Stoff, den die Schweizer mit Super Ready
/ Fragmenté abliefern, doch durchgängig
hörbar und spannend. Kein Album für die einsame Insel,
aber definitiv für einen Aufenthalt in einer abgeschiedenen
Forschungsstation an einem der beiden Pole. Das Eis schmilzt…
Leichte Punktabzüge
gibt’s nur dafür, dass sich einige Tracks zu sehr
ähneln, aber alleine die Highlights I’m The
Drug, Stay With Us, About Time, Super Ready / Fragmenté
und Un Point C’est Tout gleichen das mehr als
aus.
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