THE WRETCHED END – Inroads

 
Label: Candlelight Records
Release: 23.04.2012
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 39:24
Stil: Death/Black Metal
URL: The Wretched End
 
Wenn Samoth seine Finger im Spiel hat, dann klingt das Ergebnis meist recht vertrackt und anspruchsvoll. So verhält es sich auch mit THE WRETCHED END, auf Inroads finden sich verspielte Stücke in der Schnittmenge von atmosphärischem Black Metal und rhythmischem Death Metal.
Flirrende Gitarren, bellend-aggressiver Gesang und fließende Taktwechsel bestimmen das Bild, dazu servieren uns die Musiker stimmungsvolle, meist recht dunkel-düstere Keyboardtöne zur Intensivierung. Hymnische Gitarrenleads bereichern das vielseitige Spektrum des Openers Tyrant Of The Mountain. Auch in weiterer Folge wechseln sich kopflastige Instrumentalachterbahnfahrten und eingängige Takte ab, um eine Allianz von Komplexität und Eingängigkeit zu schließen. Beschwörende Stimmen verfinstern den Horizont während Deathtopian Society, um von schwerfälligen Schleifrhythmen in die Schranken gewiesen zu werden.
Düstere Sounds im Hintergrund und ein toller Headbang-Rhythmus machen etwa das treibende Death By Nature zu einem treffsicheren Nackenbrecher. Zwar klingen die Gitarren verspielt und experimentierfreudig, aber der Gesamteindruck ist äußerst kompakt, direkt und wenig komplex. Du meine Güte, das knallt richtig rein…Musik ist einfach die beste Droge!
Ein bisschen schräger und abgefahrener geht es dann bei Cold Iron Soul zu, die Grenzen der nervigen Selbstdarstellung werden jedoch nicht überschritten, auch ein kleiner Schuss Düsternis darf’s wieder sein.
Kurz darauf wechseln sich leicht chaotische Black-Metal-Sequenzen und beinhart rollende Death-Rhythmen fließend ab und überreizen während The Haunting Ground die Geschmacksnerven. Recht hektisch und zerfahren, beinahe beklemmend präsentiert sich das opulente Stück Fear Propaganda, von dem trotzdem ein sperriger Reiz ausgeht.
Spannend und mit der besten Melodie ausgestattet, erfreut hernach Blackthorn Winter mit überraschenden Wechseln, zurückhaltenden Elementen und heroischem Klargesang. Das mächtige Hunger pendelt wiederum zwischen nackenfreundlich stampfenden Drums und dezent verrückten Arrangements; der Abschlusstitel Throne Renowned Of Old bietet dann moderne Stimmexperimente und geht mit getragenen Takten recht harmonisch aber unspektakulär zu Ende.

Inroads legt eher Wert auf drückende und mehr oder weniger vertrackte Rhythmik, offeriert aber in geringen Mengen auch schöngeistige Melodik. Durch dieses Wechselspiel ergibt sich eine gute Mischung aus sperrigem Anspruch und bodenständiger Heaviness, gewürzt mit teils schrägen Einschüben.