Auch
auf Set Sail To Mystery, dem nunmehr vierte Album
von THE VISION BLEAK, zeigen die beiden Musiker erneut
ihre Klasse auf. Um beim Albumtitel zu bleiben segeln THE
VISION BLEAK auf bereits erschlossenen Seewegen und nehmen
den Hörer mit Set Sail To Mystery auf eine
Reise durch dessen Vorgänger. Egal ob düster-rockend,
schwer und zäh in Doomgewässern schippernd oder auch
mal schwarzmetallisch rasend - von jedem der Vorgängeralben
ist etwas dabei.
So weit, so gut - was mich aber wirklich wurmt, ist die wirklich
überragende Qualität des Openers A Curse Of The
Grandest Kind. Selten habe ich so dermaßen fantastischen,
düster-orchestralen Klassikbombast gehört. Dieses,
um Zitate von Lord Byron bereicherte, Stück ist wirklich
unglaublich und ist quasi der Inbegriff musikalisch vertonten
Horrors.
Leider kann Set Sail To Mystery meiner Meinung
nach diese Klasse dann aber zu keinem Zeitpunkt wieder erreichen.
Trotz diesem zwar nahe kommender Songs wie dem sich langsam
auftürmenden und beschwörend bombastischen I Dined
With The Swans und dem gewissermaßen von einem Gitarrensturm
eingeleiteten He Who Paints The Black Of Night, lässt
mich der Opener ob seiner herausragenden Klasse in einer Erwartungshaltung
verweilen, die aber nicht erfüllt wird. Als Schlusstrack
hätte dieses dem Ganzen sicherlich die Krone aufgesetzt.
Von diesem leider etwas negativen Beigeschmack aber abgesehen,
ist Set Sail To Mystery erneut Pflichtprogramm
für alle Düstermetaller, die das Wort "gothic"
lieber mit Finsternis, düsteren Schlössern vor blitzdurchzuckter
Nachtkulisse und wohligem Grauen, denn mit Begriffen wie Trauer,
Depression und Weltschmerz besetzt sehen.