THE VISION BLEAK – Set Sail To Mystery

 
Label: Prophecy Productions
Release: 05.04.2010
Von: Bulletrider
Punkte: 7.5/10
Time: 44:42
Stil: Dark/Horror Metal
URL: The Vision Bleak
 
Auch auf Set Sail To Mystery, dem nunmehr vierte Album von THE VISION BLEAK, zeigen die beiden Musiker erneut ihre Klasse auf. Um beim Albumtitel zu bleiben segeln THE VISION BLEAK auf bereits erschlossenen Seewegen und nehmen den Hörer mit Set Sail To Mystery auf eine Reise durch dessen Vorgänger. Egal ob düster-rockend, schwer und zäh in Doomgewässern schippernd oder auch mal schwarzmetallisch rasend - von jedem der Vorgängeralben ist etwas dabei.
So weit, so gut - was mich aber wirklich wurmt, ist die wirklich überragende Qualität des Openers A Curse Of The Grandest Kind. Selten habe ich so dermaßen fantastischen, düster-orchestralen Klassikbombast gehört. Dieses, um Zitate von Lord Byron bereicherte, Stück ist wirklich unglaublich und ist quasi der Inbegriff musikalisch vertonten Horrors.
Leider kann Set Sail To Mystery meiner Meinung nach diese Klasse dann aber zu keinem Zeitpunkt wieder erreichen. Trotz diesem zwar nahe kommender Songs wie dem sich langsam auftürmenden und beschwörend bombastischen I Dined With The Swans und dem gewissermaßen von einem Gitarrensturm eingeleiteten He Who Paints The Black Of Night, lässt mich der Opener ob seiner herausragenden Klasse in einer Erwartungshaltung verweilen, die aber nicht erfüllt wird. Als Schlusstrack hätte dieses dem Ganzen sicherlich die Krone aufgesetzt.
Von diesem leider etwas negativen Beigeschmack aber abgesehen, ist Set Sail To Mystery erneut Pflichtprogramm für alle Düstermetaller, die das Wort "gothic" lieber mit Finsternis, düsteren Schlössern vor blitzdurchzuckter Nachtkulisse und wohligem Grauen, denn mit Begriffen wie Trauer, Depression und Weltschmerz besetzt sehen.