Mein
erster Kontakt mit den VIRGINMARYS im Vorprogramm von
Skunk Anansie löste bei mir eine regelrechte Begeisterung
aus und ich kam nicht umhin, mir die Debüt EP Cast
The First Stone zuzulegen. Viel mehr Informationen über
das Trio aus Manchester (Ally Dickaty – Gesang/Gitarre;
Matt Rose – Gesang/Bass; Danny Dolan - Drums) lassen sich
dann auch nicht an Land ziehen, wohl aber überschwengliche
Lobeshymnen der britischen Rock Presse.
Dabei erfinden THE VIRGINMARYS keineswegs den Rock neu.
Auch sind sie weder besonders virtuos noch komplex, innovativ
oder progressiv. Das faszinierende an dieser Band ist vielmehr
deren erfrischendes Talent, mit einfachen Songstrukturen und
eingängigen Riffs einen unglaublich treibenden, energiegeladenen
Rhythmus zu kreieren, dem man sich wahrlich nicht entziehen
kann.
THE VIRGINMARYS atmen puren Rock’n’Roll,
rauhbeinig, mit einer deutlichen Blues-Notierung, die gelegentlich
auch leise Töne und wild-romantische Melancholie zulässt,
wie in der Mitte von Out Of Mind oder dem Titeltrack
Cast The First Stone, bei dem am Ende sogar eine dezente
Orchestrierung durchscheint. Darüber hinaus lässt
man der Rockerseele ungehemmt freien Lauf, sei es beim grandiosen
Opener Bang Bang Bang oder z.B. beim lässigen Nothing
To Lose.
Cast The First Stone ist mit seinen 23 Minuten
natürlich viel zu kurz und macht regelrecht süchtig.
Dennoch bleibt abzuwarten, ob es den VIRGINMARYS gelingt,
zukünftig genug Abwechslung in ihre Musik hineinzubringen,
dass sie sich nicht tot läuft. Man darf gespannt sein ;)