THE STONE – Umro

 
Label: Folter Records
Release: 22.04.2009
Von: Stormlord
Punkte: 6.5/10
Time: 52:46
Stil: Black Metal
URL: The Stone
 
Nicht selten ist’s ein schmaler Grat zwischen kompromissloser Musik und sinnlosem Geprügel ohne Identität – und THE STONE bewegen sich scharf an der Grenze zur chaotischen Konturenlosigkeit.

Die Band legt jedenfalls eine gnadenlose Geschwindigkeit vor, die nur stellenweise von groovenden Passagen unterbrochen wird. Genau dann klingen THE STONE meiner Meinung nach am interessantesten. Manchmal lassen die Musiker auch komplexe Gitarrenläufe und schwer hämmernde Takte mit einfließen. Am nachvollziehbarsten musizieren THE STONE beim dritten Stück, das nach einem sehr langsamen Intro durch wachsende Dynamik und rhythmische Akzente einen schleppenden Charme entwickelt. Leider entlockt mir die immense Geschwindigkeit im weiteren Verlauf wieder nicht so viele positive Reaktionen, doch die Band findet zwischendurch wieder zu ihrer packenden und leicht komplexen Stärke zurück. Somit stellt dieser dritte Song neben dem sechsten Streich Sam Krenuo Smrt Svoju Da Nade (durch die Drums enorm aufgewertet!) den kompositorischen Höhepunkt auf Umro dar.
Allgemein schälen sich auf diesem Werk nach und nach gewisse Feinheiten heraus, doch die Hochgeschwindigkeit dominiert zusehends. Für mich ist eine pfeilschnelle Vortragsweise jedoch nur für ein paar Minuten interessant, da klappt schon das eine oder andere Mal die Kinnlade vor Erstaunen runter - dann schleicht sich schnell ein gewisser Abnutzungseffekt ein. THE STONE entwickeln hin und wieder auch eine dunkle Stimmung, die jedoch im Falle von Prst Na Obaracu gnadenlos vom Black Metal Hammer dem Boden gleichgemacht wird. Ein hymnisches Gitarrensolo rettet die Komposition vor dem Anschein purer aggressiver Raserei. An vorletzter Stelle überrascht ein sehr ruhiges, harmonisches und auch orchestrales Instrumentalstück, das den Weg für den aggressiven Schlusspunkt Kralj Je Umro ebnet.

So steht dieses Album auf des Messers Schneide, der Hörer fleht ob der Intensität und des zuweilen anstrengenden Dauerbombardements um eine Sekunde Kanonendonner-Pause :) So beinhaltet meine Zusammenfassung dann auch zwei gegensätzliche Positionen, nämlich fassungslose Bewunderung für die Geschwindigkeit genauso wie Kopfschütteln über die mich überrollende, teils chaotische Dichte von Umro. Heftig!!!