THE STONE – Magla

 
Label: Folter Records
Release: 23.06.2006
Von: Seb
Punkte: 9/10
Time: 43:54
Stil: Black Metal
URL: The Stone
 
THE STONE wollte ich eigentlich irgendwann früher in diesem Jahr im Zuge ihres Supports der leider ausgefallen 1349-Tour live bewundert haben. Und nachdem ich nun einige Male das neueste, mittlerweile ihr viertes Opus Magla gehört habe, bin ich noch ein wenig angepisster, dass daraus nichts geworden ist.
Schon die ersten drei Alben der serbischen Schwarzmetaller waren oberhalb des Genre-Durchschnitts angesiedelt, aber mir Magla haben THE STONE vorerst ihr Meisterwerk abgeliefert.
Sechs großartige Songs sind entstanden, indem modernes Black Metal Riffing mit klassischem, meist auf Highspeed gepoltem Schlagzeug und old schooliger Death Metal Gitarrenarbeit kombiniert wurden. Die Atmosphäre der einzelnen Songs wechselt beständig zwischen hoffnungslosen, depressiven Passagen (stellenweise durch die Verwendung lange nicht wechselnder Akkorde und monotoner stetig wiederholter Riffs Endstille nicht unähnlich), melodischen Szenen mit zum Teil sehr ungewöhnlichem und überraschendem Gitarrenspiel und den typischen, hasserfüllten Blastbeat- Attacken der alten nordischen Schule.
Verglichen mit den meisten anderen Black Metal Alben mag einem Magla streckenweise sogar fast zu melodisch vorkommen, bis man dann wieder von Knüppel-Einlagen wie zum Beispiel in The Plague (Silent Melody Of The Choir Of The Dead) eines Besseren belehrt wird.
Obwohl die Songs zum Teil ausufernd lang sind, die beiden längsten um die zehn Minuten, kommt auf Magla nie auch nur der Hauch von Langeweile auf. Im Gegenteil, selbst nach einigen Durchläufen wartet das Album immer noch mit Feinheiten auf, die man davor verpasst haben mag. Sei es ein erstaunliches Riff, eine überraschende Melodie-Wendung oder eine ungewöhnlich verspielte Hookline wie in As The Destruction Of Inevitable Is Coming Forth.
Bleibt noch die exzellente Produktion zu erwähnen, bei der die einzelnen Instrumente sehr sauber herausgearbeitet wurden, die aber dennoch nicht zu glatt und poliert wirkt. Allerdings findet sich hier zugleich auch der einzige Wermutstropfen des Albums: Der Gesang von Frontmann Nefas hätte meines Erachtens deutlich stärker in der Vordergrund gerückt werden müssen. So aber geht er immer wieder in dem von seinen Mitstreitern erzeugten dichten Klangteppich unter und ist streckenweise nur sehr schwach zu vernehmen.
Alles in allem aber ist Magla ein Album das man jedem Fan extremen Metals bedenkenlos zum Kauf empfehlen kann!