THE
STONE wollte ich eigentlich irgendwann früher
in diesem Jahr im Zuge ihres Supports der leider ausgefallen
1349-Tour live bewundert haben. Und nachdem ich nun einige Male
das neueste, mittlerweile ihr viertes Opus Magla
gehört habe, bin ich noch ein wenig angepisster, dass daraus
nichts geworden ist.
Schon die ersten drei Alben der serbischen Schwarzmetaller waren
oberhalb des Genre-Durchschnitts angesiedelt, aber mir Magla
haben THE STONE vorerst ihr Meisterwerk abgeliefert.
Sechs großartige Songs sind entstanden, indem modernes
Black Metal Riffing mit klassischem, meist auf Highspeed gepoltem
Schlagzeug und old schooliger Death Metal Gitarrenarbeit kombiniert
wurden. Die Atmosphäre der einzelnen Songs wechselt beständig
zwischen hoffnungslosen, depressiven Passagen (stellenweise
durch die Verwendung lange nicht wechselnder Akkorde und monotoner
stetig wiederholter Riffs Endstille nicht unähnlich), melodischen
Szenen mit zum Teil sehr ungewöhnlichem und überraschendem
Gitarrenspiel und den typischen, hasserfüllten Blastbeat-
Attacken der alten nordischen Schule.
Verglichen mit den meisten anderen Black Metal Alben mag einem
Magla streckenweise sogar fast zu
melodisch vorkommen, bis man dann wieder von Knüppel-Einlagen
wie zum Beispiel in The Plague (Silent Melody Of The Choir
Of The Dead) eines Besseren belehrt wird.
Obwohl die Songs zum Teil ausufernd lang sind, die beiden längsten
um die zehn Minuten, kommt auf Magla
nie auch nur der Hauch von Langeweile auf. Im Gegenteil, selbst
nach einigen Durchläufen wartet das Album immer noch mit
Feinheiten auf, die man davor verpasst haben mag. Sei es ein
erstaunliches Riff, eine überraschende Melodie-Wendung
oder eine ungewöhnlich verspielte Hookline wie in As
The Destruction Of Inevitable Is Coming Forth.
Bleibt noch die exzellente Produktion zu erwähnen, bei
der die einzelnen Instrumente sehr sauber herausgearbeitet wurden,
die aber dennoch nicht zu glatt und poliert wirkt. Allerdings
findet sich hier zugleich auch der einzige Wermutstropfen des
Albums: Der Gesang von Frontmann Nefas hätte meines Erachtens
deutlich stärker in der Vordergrund gerückt werden
müssen. So aber geht er immer wieder in dem von seinen
Mitstreitern erzeugten dichten Klangteppich unter und ist streckenweise
nur sehr schwach zu vernehmen.
Alles in allem aber ist Magla ein
Album das man jedem Fan extremen Metals bedenkenlos zum Kauf
empfehlen kann!