Die unheilvolle Einleitung Sounds From The Vortex bedeutet nur die Ruhe vor dem Sturm, bevor ebendieser mit frenetischer Geschwindigkeit losbricht und in dissectionärer Manier pfeilschnell dahin hetzt. Die Band baut in das Inferno immer wieder Atempausen ein, um die jeweiligen Pole, also furiose Attacken und leisere Töne, noch zu intensivieren. Mit dieser gewieften Komponierweise stellen THE SPIRIT nicht nur Geschwindigkeitsfanatiker, sondern auch Melodiefetischisten vollends zufrieden.
Manchmal direkt und fokussiert auf den Punkt gebracht wie im Verlauf von Cosmic Fear, dann epischer und den langsamen Parts mehr Raum gebend während The Clouds Of Damnation – das Rezept geht auf und die Shred-Gitarrenlinien verfehlen ihre Wirkung nie. Aus der Sanftheit erhebt sich ein furioser Orkan und diese Kontrastwirkung beeindruckt, wenn wunderschöne Gitarrenmotive auf Blastbeats treffen und auch zurückhaltende Elemente nicht fehlen dürfen – man höre sich als Paradebeispiel nur das herrlich peitschende Illuminate The Night Sky an.
Die Vokalarrangements fließen schön dahin, der ganz große Wurf an Eingängigkeit als Krönung der instrumental verzückenden Stücke lässt allerdings auf sich warten. Die Langzeitwirkung profitiert von diesem unaufgeregten Textvortrag aber und so bleibt am Ende ein sehr guter Eindruck dieses Albums, das uns auf eine Zeitreise in längst vergangene Zeiten mitnimmt, als ein gewisses Label namens No Fashion eine Perle nach der anderen ausspuckte...