THERION – Lemuria/Sirius B
 
Label: Nuclear Blast
Release: 24.05.2004
Von: Medion
Punkte: 5/10   9/10
Time: 42:21 / 57:05
Stil: Symphonic Metal
URL: Therion
 
Nach ihrem enttäuschenden Secret Of The Runes-Album, war ich gespannt, in welche Richtung sich Christofer Johnsson, seines Zeichens Mastermind THERIONs, mit neuem Material bewegen würde. Einerseits lag eine weitere Reduktion des Metal-Anteils auf der Hand, hätte aber andererseits wohl zu absoluter live-Inkompatibilität geführt. Doch Johnsson hat eine Lösung gefunden, mit der eigentlich sowohl Fans als er am besten leben können - eine Oper als Soloprojekt und dafür wieder mehr Metal bei THERION
Und nun liegen sie also vor, die ersten beiden Alben einer Trilogie, deren dritter Teil irgendwann in naher Zukunft folgen soll. 171 involvierte Leute waren für die Produktion nötig, mehr Komplexität und mehr Experimente sollen THERION 2004 bieten. Doch all das erscheint erst mal ziemlich ernüchternd, wenn Lemuria im CD-Player zu rotieren beginnt. Wo sind die orchestralen Elemente, wo die tollen Balladen und dichten Songstrukturen? All das, was mich an THERION seit Vovin begeistert hat, scheint plötzlich über Bord geworfen zu sein. Wären da nicht die typischen Chöre, würden die Songs extrem fade aus den Boxen tönen. Irgendwie ist Lemuria ein undefinierbarer Mischmasch aus Heavy Metal, 70er Rock und Folklore geworden, welches so ganz und gar nicht zusammenzupassen scheint. Erst beim abschließenden Feuer Overtüre / Prometheus entfesselt gewinnen die orchestralen Arrangements Oberhand und es bleibt zumindest der Eindruck eines guten Songs, was sich nach mehrmaligem Durchhören zwar bessert, mich trotzdem etwas ratlos zurücklässt. Einzig und allein der Opener Typhon weiß noch zu gefallen und bietet – zwar cool eingesetzt, aber im Rahmen der CD etwas unpassend – Growls!
Besser verhält es sich da mit Sirius B, das von Anfang an mehr bei mir zünden kann. Hier ist der gewohnte THERION-Bombast da, finden sich komplexe Klassik-Arrangements, knallende Gitarren und eine fette Produktion. Fast schon bedrohlich wirkt dabei Kali Yuga Part 2, das ordentlich Double-Bass und brutale Gitarren auffährt, während Kali Yuga Part 1 experimentell, aber interessant aus den Boxen kriecht. Auch Blood Of Kingu und Son Of The Sun sind gute Songs, wenngleich auch für Sirius B gilt: Diese Album braucht Zeit. Erst nach mehrmaligem Hören, entfaltet sich das Material, dessen Komplexität wohl tiefgreifender ist, als dies anfangs zu erscheinen vermag.
Leider liegt mir hier nur eine Compilation mit ausgewählten Stücken der beiden CDs vor, sodass ich die Alben nur begrenzt bewerten kann. Unterm Strich lässt sich aber sagen: Lemuria ist die offiziell experimentellere Veröffentlichung, deren Experimente mich aber etwas ratlos zurücklassen, weil sie zu wenig THERION-Flair bieten. Stattdessen langweilt diese CD eher und verstört den Hörer. Sirius B hingegen ist eine gnadenlos gute und schöne CD, die wohl am ehesten als eine Fortführung von Theli angesehen werden kann. Wer's nicht abwarten kann, wird sowieso die anfangs angebotene Doppel-CD kaufen, wer aber etwas Geduld hat, kann auch einen Monat später eine der beiden CDs alleine erwerben.