THERION – Gothic Kabbalah

 
Label: Nuclear Blast
Release: 12.01.2007
Von: Janine
Punkte: 9/10
Time: 85:07
Stil: Symphonic Metal
URL: Therion
 
THERION-Fans können sich wohl daran gewöhnen für ihr Geld besonders reich belohnt zu werden. Nach dem Doppelalbum Lemuria/Sirius B und dem grandiosen DVD/CD-Package The Celebrators Of Becoming steht nun die nächste umfangreiche Veröffentlichung von THERION ins Haus. Gothic Kabbalah besteht nämlich aus 2 Alben, wobei die härteren Töne eher auf dem zweiten Silberling zu finden sind.

Gothic Kabbalah ist im Gegensatz zu den Vorgängern vielschichtiger und etwas schwerer zu erschließen. Die meisten neuen Stücke sind weniger gitarrenlastig ausgefallen, stattdessen wurden vermehrt Flöten à la Jethro Tull eingesetzt.

Mit Der Mitternachtslöwe wird der jüngste Sprössling von THERION eröffnet. Diese mächtige Komposition lässt den Löwen tatsächlich vor dem geistigen Auge erscheinen. Die orientalischen Klänge erinnern stark an Theli-Zeiten.
Mit Songs wie dem Titelstück, Trul oder The Falling Stone schlagen die Schweden jedoch eine neue musikalische Richtung ein. Die fröhlichen Flöten und die ausnahmsweise nicht-opernhafte Stimme der Sängerin geben den Songs eine gewisse Unbeschwertheit, ohne allerdings langweilig zu wirken. Sie stehen somit in Kontrast zu den ansonsten eher pompösen Nummern. The Perennial Sophia stellt eine wunderschöne Ballade dar, ganz ohne in den Kitsch abzudriften. Der Refrain hat mich bereits beim ersten Hördurchlauf hoffnungslos in seinen Bann gezogen.
Bei T.O.F. – The Trinity werden erfreulicherweise härtere Death-Metal-Töne angeschlagen. Jedoch hat auch in diesem Song immer noch eine wunderschöne Gitarrenmelodie Platz.

Nach den ständigen Besetzungswechseln bei THERION, hat die Band mit Mats Leven einen fantastischen Sänger gefunden, der auf Gothic Kabbalah durch Snowy Shaw (Mercyful Fate, King Diamond) stimmkräftig unterstützt wird.

Trotz aller Schwärmerei erscheint mir der eine oder andere Song doch etwas zu oberflächlich. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Christofer Johnsson hätte die hungrige Fanmeute mit nur einer Platte gefüttert. Qualität geht doch vor Quantität!