Gothic
Kabbalah ist im Gegensatz zu den Vorgängern
vielschichtiger und etwas schwerer zu erschließen. Die
meisten neuen Stücke sind weniger gitarrenlastig ausgefallen,
stattdessen wurden vermehrt Flöten à la Jethro
Tull eingesetzt.
Mit Der Mitternachtslöwe
wird der jüngste Sprössling von THERION
eröffnet. Diese mächtige Komposition lässt
den Löwen tatsächlich vor dem geistigen Auge erscheinen.
Die orientalischen Klänge erinnern stark an Theli-Zeiten.
Mit Songs wie dem Titelstück, Trul oder The
Falling Stone schlagen die Schweden jedoch eine neue
musikalische Richtung ein. Die fröhlichen Flöten
und die ausnahmsweise nicht-opernhafte Stimme der Sängerin
geben den Songs eine gewisse Unbeschwertheit, ohne allerdings
langweilig zu wirken. Sie stehen somit in Kontrast zu den
ansonsten eher pompösen Nummern. The Perennial Sophia
stellt eine wunderschöne Ballade dar, ganz ohne in den
Kitsch abzudriften. Der Refrain hat mich bereits beim ersten
Hördurchlauf hoffnungslos in seinen Bann gezogen.
Bei T.O.F. – The Trinity werden erfreulicherweise
härtere Death-Metal-Töne angeschlagen. Jedoch hat
auch in diesem Song immer noch eine wunderschöne Gitarrenmelodie
Platz.
Nach den ständigen
Besetzungswechseln bei THERION, hat die Band
mit Mats Leven einen fantastischen Sänger gefunden, der
auf Gothic Kabbalah durch Snowy
Shaw (Mercyful Fate, King Diamond) stimmkräftig unterstützt
wird.
Trotz aller Schwärmerei
erscheint mir der eine oder andere Song doch etwas zu oberflächlich.
Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Christofer Johnsson
hätte die hungrige Fanmeute mit nur einer Platte gefüttert.
Qualität geht doch vor Quantität!