Wesentlich Anteil
an letzterem hat Claras Violinspiel, das der vollen Breitseite,
die Gitarre, Bass und Schlagzeug abfeuern, eine lyrische Komponente
verleiht, die den Band-Sound nicht untergräbt, sondern
um eine eigene Note erweitert. Das erinnert an die besten
Alben von Mägo de Oz, gesetzt den Fall, die spanische
Band würde der gebannt lauschenden Armada ein enthusiastisches
Konzert bei gehissten Segeln geben.
Mist, so ganz kommt
man von der Piratengeschichte nicht los. Aber die Band ist
selbst maßgeblich schuld daran. Freibeuter-Outfits auf
den Promotionsfotos, das Album-Cover zeigt den gerne bebilderten
Kampf eines Riesenkraken gegen ein Piratenschiff (leider ist
das komplette, wahrscheinlich bunte, Booklet der blanken Rezensions-CD
nicht beigefügt). Und wenn dann im sechsten Stück,
passend Blackbeard betitelt, ein Akkordeon erklingt,
ist man endgültig in der Seeräuberkaschemme gelandet
und fühlt sich pudelwohl.
Aber wie schon
erwähnt, egal ob man es Folk- oder Pirate-Metal nennt,
heavy ist es in jedem Fall und auch für Landratten unbedingt
geeignet. Eine homogene Band, in der das gemeinsame Zusammenspiel
ebenso reibungslos klappt wie die nie ausufernden Soli. Die
neben voller Fahrt auch einen ruhigen Moment mit akustischer
Gitarrenbegleitung am Strand zu genießen weiß.
Ein hell und facettenreich funkelnder Schatz, der ganz leicht
zu heben ist*.
Mein Top-Of-The-Metals-Album
2012 (bis jetzt): Facing The Tempest rulez –
zu Land und auf See!
*In diesem Fall
natürlich ein Synonym für „zu kaufen“!